Von Siegfried Neuenhausen

Vor zwei Jahren gewann ich einen vom Bremer Senat bundesweit ausgeschriebenen Ideen Wettbewerb für Entwürfe zur künstlerischen Ausgestaltung der neuen offenen und halboffenen Strafanstalten in Bremen. Kern meines Vorschlages war, mit einer Gruppe von Strafgefangenen in der Strafanstalt Bremen-Oslebshausen zwei größere Bronzereliefs zum Thema „Leben hinter Gittern“ und „Ursachen der Kriminalität“ zu erarbeiten. Gegen Ende des sich über eine längere Zeit hinziehenden Wettbewerbs machte ich mich, der beiden geplanten Reliefs ein wenig überdrüssig, dann daran, so etwas wie ein Gesamtkunstwerk in der Nähe der Justizvollzugsanstalt zu planen;

Nachdenken über die Frage, wie und wo Kunst am besten zur Minderung der sozialen Kluft zwischen den Insassen der Anstalt und den Bürgern beitragen kann, Recherchen über mögliche Standorte von Kunst zwischen Strafanstalt und Stadtteil führten schließlich zu der Überlegung, einen noch brachliegenden Geländestreifen, Teil einer ehemaligen Bahntrasse, zur Gestaltung zu verwenden. Das Gelände liegt in der Verlängerung eines mehrere Kilometer langen, schmalen ausgebauten Grünzuges, der ein beliebter Spazierweg ist. Das Gelände ist etwa 750 Meter lang und zwischen 25 und 40 Meter breit. Es endet genau vor der westlichen Eingangsseite der Strafanstalt.

Zwei Gesichtspunkte waren bei der Planung wichtig:

1. sollte die Situation der Strafanstalt künstlerisch reflektiert werden,

2. sollte die Anlage als Erholungs- und Spaziergängerzone Gebrauchswert erhalten.

Mein Konzept, das schließlich von allen mitbestimmenden Gremien gebilligt wurde, auch von der Bürgerschaft des Stadtteils Oslebshausen, sah drei Gestaltungsschwerpunkte vor: