Faszination ist keine schlechte Voraussetzung für ein Buch über Kuba. Und Faszination spricht aus

Hannes Stütz: Vom Zuckerrohr zur Zukunft; Weltkreis Verlag Dortmund, 144 Seiten, 19,80 Mark.

Seine Begeisterung für die Insel in der Karibik und die Leistungen der nunmehr zwanzig Jahre alten Revolution sind dem Autor auch nicht vorzuwerfen. Ärgerlich wird es jedoch, wenn unkritisch alles in rosigen Farben geschildert wird, und selbst zweifelhafte Aktionen der Kubaner Lob finden. Textprobe: „Was in Afrika vor sich geht, verfolgen sie mit leidenschaftlicher Anteilnahme. ‚In unseren Adern fließt das Blut Afrikas‘, sagen die Kubaner jeder Hautfarbe. Und sie sagen ‚Brudervölker‘ zu den Afrikanern, sie meinen es so, und sie handeln danach, wenn sie um Hilfe gebeten werden.“ So einfach läßt sich das militärische Engagement Kubas auf dem Schwarzen Kontinent, das zudem die Volkswirtschaft der Insel stark belastet, nun wirklich nicht einordnen. Solche Betrachtungsweise entwertet den Informationsgehalt des Buches, und auch die zahlreichen Farbphotos und Karikaturen von Dieter Süverkrüp zu Kuba-Klischees können darüber nicht hinwegtrösten. dg