1. Das EWS besteht aus dem Wechselkursverbund, dem Saldenausgleich und dem Kreditsystem. Der Europäische Fonds wird erst 1981 errichtet.

2. Die festen, aber durch Auf- und Abwertungen verschiebbaren Wechselkurse werden in einer gedachten Europäischen Währungseinheit (EWE oder ECU) ausgedrückt. Sie ist gegenwärtig rund 2,50 Mark wert.

3. Jede Teilnehmerwährung hat gegenüber jeder anderen Teilnehmerwährung einen Leitkurs. Er wird über die ECU errechnet. Beispiel: Wenn eine ECU 2,50 Mark oder 5,559 ffrs sind, dann ist der Leitkurs Mark/Franc 2,50 : 5,559 also 0,447.

4. Bei bestimmten Kursen müssen die Notenbanken intervenieren. Die Tageskurse dürfen sich nur innerhalb einer Schwankungsbreite von 2,25 (Italien 6) Prozent bewegen. Im Beispiel ist der obere Interventionspunkt 0,452, der untere 0,442. Bei Erreichen des oberen müssen Francs, beim unteren Mark verkauft werden.

5. Schon wenn die Marge von 2,25 Prozent zu drei Vierteln ausgeschöpft ist (also nach einer Auseinanderentwicklung um 1,68 Prozent), sind Notenbanken und Regierungen zu Konsultationen verpflichtet. Ziel: Einleitung wirtschaftspolitischer Korrekturen oder Kreditaufnahme oder Leitkursänderung.

6. Saldenausgleich: Bei Stützungskäufen entstehen Forderungen und Schulden der Notenbanken untereinander. Ihr Umfang ist nicht begrenzt. Die Salden müssen in 45, längstens 75 Tagen ausgeglichen werden: der „sehr kurzfristige Beistand“.

7. Um den Saldenausgleich sicher zu stellen, hinterlegen die Notenbanken 20 Prozent ihres Bestands an Gold und Devisen beim (schon bestehenden) Europäischen Fonds für währungspolitische Zusammenarbeit; Der Fonds gibt für den Gegenwert ECU aus und hinterlegt diese bei den Notenbanken. Umfang: 24 Milliarden ECU oder gut 60 Milliarden Mark. Dieser Fonds ist nur Verrechnungsstelle. Die Stützungskäufe nehmen die Notenbanken vor.

8. In zwei Jahren wird der Fonds vervollständigt. Dann werden alle Kreditlinien, auch die kurz- und mittelfristigen, bei ihm zusammengefaßt, Als kurz- und mittelfristige Beistandskredite (14 + 11 Milliarden ECU) werden den Schuldnerländern 25 Milliarden ECU oder 63 Milliarden Mark zur Verfügung stehen. Der mittelfristige Beistand ist an Auflagen gebunden. R. H.