Von Raimund Hoghe

Jüdisches Altenheim, Düsseldorf, Zimmer 136. An den Wänden Bilder, Erinnerungsstücke. Frau Weiss sitzt auf dem Bett und sagt: "Was vorbei ist, ist vorbei." Ihre Eltern seien in Auschwitz ermordet worden, aber man müsse unter die Vergangenheit einen Schlußstrich ziehen, wenn man weiterleben wolle. Sie stellt das sehr bestimmt fest und fragt, ob ich das Sprichwort kenne: "Fürs Gewesene gibt der Jude nichts." Nein, antworte ich und weiß auch nicht, wie man das macht: vergessen.

"Land verloren

die vertrauten Dinge

Kein Wort mehr darüber

Unsere Toten