• In Gorleben stehen die Probebohrungen für den Bau des Entsorgungszentrums unmittelbar bevor. Der Bau einer Wiederaufbereitungsanlage durch Ihre Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufbereitung von Kernbrennstoff (DWK), ist heftig umstritten. Wozu brauchen wir die Anlage überhaupt?

Scheuten: Wir brauchen sie aus ökologischen und ökonomischen Gründen: Aus ökologischen, um die abgebrannten Brennelemente aus den Kernkraftwerken durch Bearbeitung auf ein Minimum, an radioaktivem Abfall zurückzuführen. Aus ökonomischen Gründen, um durch Wiedergewinnung des in den Brennelementen noch vorhandenen und noch verwertbaren Materials Ressourcen zu schonen. Die Ausnutzung des Urans wird durch die Wiederaufbereitung um ein Vielfaches vergrößert.

  • Im Augenblick sieht es mit dem Neubau von Kernkraftwerken nicht gut aus. Schaffen Sie sich nicht eine gewaltige Überkapazität?

Scheuten: Die ursprünglichen Ziele, die schon für 1985 Kernenergiestrom von 40 000 bis 45 000 Megawatt vorsah, werden wir nicht erreichen. Wie weit wir die Kernenergie bis zum Jahre 2000 ausbauen können, wissen wir heute auch noch nicht. Aber selbst unsere pessimistischen Erwartungen, daß wir nur ein Minimum an Kernenergie zubauen, gehen doch davon aus, daß wir Gorleben auf die lange Vorlaufzeit und mit Rücksicht auf die Mengen an Brennelementen, die wir in den Lagern haben werden, wenn die Anlage ihren Betrieb aufnehmen wird, auch voll bis 2005 und 2010 auslasten können.

  • Was wird Gorleben Sie kosten?

Scheuten: Die heutigen Schätzungen, es sind reine Schätzungen, bewegen sich in der Größenordnung um zehn Milliarden Mark. Wir haben noch keine Detailpläne für die einzelnen Gebäude. Erst wenn wir das haben, einschließlich der fertigen Planung für den Maschinenpark, können wir die Lieferindustrie nach ihren Preisen fragen. Soweit sind wir frühestens Ende dieses, Anfang nächsten Jahres.

  • Wer trägt die Kosten?