Wolfgang Ebert

In Bonn und bei der Nato in Brüssel wimmelt es nur so von Sekretärinnen, sogenannten „Schwachstellen“, die auch als „weiche Flanke“ unserer Verteidigung gelten. Wie die jüngsten Vorfälle zeigen, ist höchste Alarmbereitschaft geboten, denn einigen von ihnen gelang es, bis in den intimsten Sicherheitsbereich vorzudringen, wo sie unter den Geheimnisträgern schwere Verwüstungen angerichtet haben.

Gewiß: Wegen einiger schwarzer oder blonder Schafe sollte man nicht alle Vorzimmerdamen über einen Kamm scheren – vielleicht brauchen sie gerade jetzt mehr liebevolle Zuwendung! –, doch verwundert es nicht, daß gewissen hohen Herren der Schreck in die Glieder gefahren ist, wie dieses Gespräch Bonn/Brüssel zeigt

„Hallo, Jürgen ... Jim! Nanu, Ihre Sekretärin ist doch nicht etwa auch schon ...“

„Hallo, Jim! Nein, nein, sie stand noch eben neben mir und diktierte mir einen Brief...“

„Sie ... Ihnen?“

„Auf Grund der neuen strengen Geheimhaltungsvorschrift darf ich ihr keinen mehr diktieren. übrigens eine gute Übung, ich muß ja nun auch einen Steno-Kurs mitmachen...“