Drei Monate vor den ersten Wahlen zum Europäischen Parlament hat die Kommission in Brüssel auf ein Vorhaben verzichtet, das der Popularität der Gemeinschaft beim Wähler nicht förderlich gewesen wäre. Es geht um die Duty-Free-Läden auf Flugplätzen und Schiffen innerhalb der EG. Der Kommission sind diese Läden, in denen Reisende Schnaps, Zigaretten und Parfüm abgabenfrei kaufen können, schon lange ein Dorn im Auge. Denn in einem Gemeinsamen Markt sind Verkäufe ohne Erhebung der Mehrwertsteuer eigentlich gesetzwidrig.

Nun will die Kommission das Ende der Duty-Free-Verkäufe innerhalb der Gemeinschaft solange vertagen, bis die Steuerharmonisierung weiter vorangekommen ist. Und da diese Harmonisierung für die Regierungen einen Kraftakt bedeutet, wird den Duty-Free-Läden noch ein langes Leben beschieden sein. Um so dringlicher wird es daher, daß der Ministerrat endlich die Freigrenzen im innergemeinschaftlichen Reiseverkehr heraufsetzt. Dies wäre für die erste Europa-Wahl ein Wahlgeschenk. hhb