Von Gabriele Venzky

Es geschieht selten, daß ein Sachbuch zu einem aktuellen Thema auf den Markt kommt, das zum Zeitpunkt seines Erscheines nicht bereits wieder von den Ereignissen überholt ist. Dies ist vor allem dann häufig der Fall, wenn Wissenschaftler beteiligt sind.

Ein solcher Glücksfall ist:

"Afrika und Bonn – Versäumnisse und Zwange deutscher Afrika-Politik", herausgegeben von Helmut Bley und Rainer Tetzlaff; rororo aktuell, Rowohlt Verlag; Reinbek 1978; 34? S., DM 8,80.

Dabei handelt es sich durchaus nicht um einen überstürzten Schnellschuß. Im Gegenteil: Das Buch ist das Produkt einer langjährigen Beschäftigung mit dem Thema, wobei die Autoren nicht im rein Deskriptiven steckenbleiben, sondern Wunde Punkte aufdecken und Alternativen – oder Thesen, wie sie es selber nennen – für eine neue deutsche Afrika-Politik entwickeln.