Zwar nicht wie der Schnee in der Märzsonne, aber doch spürbar ist die Zahl der Arbeitslosen geschmolzen: 90 200 oder 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr zählte jetzt die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg (BfA). Insgesamt sind aber immer noch 1,134 Millionen Bundesbürger erwerbslos, davon 629 500 Männer und 504 600 Frauen. Die Arbeitslosenquote insgesamt ist von 5,1 auf 5,0 Prozent zurückgegangen, bei den Männern von 4,5 auf 4,4 und bei den Frauen von 6,1 auf 5,8 Prozent. Von den Jugendlichen unter 20 Jahren sind 92 100 – 12,4 Prozent weniger als vor einem Jahr – als erwerbslos registriert.

Wie immer sind – je nach Parteicouleur – unterschiedliche Kommentare dazu aus Bonn zu hören. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Eugen Glombig regte an, daß die Arbeitsämter für noch einen besseren Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt sorgen müßten. Für die FDP-Fraktion erklärte Dieter-Julius Cronenberg zum Problem Arbeitslosigkeit, man könne erwarten, daß die Investitions- und Bestellfreudigkeit anhalten und eher noch zunehmen werde. Auf die wachsende Zahl der Dauerarbeitslosen hat Heinz Franke von der CDU/CSU hingewiesen.

Ernste Sorgen“ macht sich Josef Stingl, Präsident der BfA, daß die Zahl der Schwerbeschädigten unter den Arbeitslosen um knapp siebzehn Prozent auf 62 000 gestiegen ist. Und das trotz zweier Sonderprogramme, durch die 16 000 Schwerbeschädigte zu einer Beschäftigung kommen konnten. Josef Stingl will deshalb „diesem Problem weiterhin volle Aufmerksamkeit widmen“.

Hiobsbotschaften melden die Hersteller von Unterhaltungselektronik an die Nürnberger BfA. Da Farbfernseh- und HiFi-Geräte, Radios und Videorecorder zur Zeit schlecht an den Verbraucher zu bringen sind, muß kurzgearbeitet werden. Josef Stingl verkündete jetzt, daß der Anstieg der kurzarbeitenden Beschäftigten im Februar im Wirtschaftszweig Elektrotechnik um 11 500 auf 32 500 zu zwei Drittel auf Firmen der Unterhaltungselektronik zurückzuführen ist. Und er befürchtet, daß sich dieser Trend in den nächsten zwei Monaten eher verstärkt.

Per Saldo soll es in diesem Jahr allerdings keinen weiteren Abbau der Beschäftigtenzahl geben, vermutet das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung auf Grund einer Umfrage unter Unternehmen. Der Anteil der Firmen, die im Jahresdurchschnitt mit einer Abnahme der Beschäftigtenzahl rechnen, liegt mit sechs Prozent deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von sechzehn Prozent. Aber auch vor zu großem Optimismus warnt das Institut, denn die Erwartungen hinsichtlich der Beschäftigung für das ganze Jahr 1979 sind noch immer von deutlicher Zurückhaltung geprägt. Vorsichtig geschätzt könnten im Jahresmittel 950 000 Arbeitslose als wahrscheinlich gelten, auch die Annäherung an die 900 000-Grenze liegt für ifo durchaus im Bereich des möglichen.

Ho