Lage es nur an der Zahl der verlegten Bücher – wir könnten getrost alt werden. Analysen, Spekulationen, Spruchweisheiten bietet der Markt reichlich. Aus der Fülle des Angebots fünf Beispiele –

Karlfriedrich Scherer: „Alter(n) ohne Angst – Informationen und Ratschläge für Einsichtige“; Verlag R. S. Schulz, Percha, 1978; 192 S., 9,80 DM.

Ein Aufguß bereits vorhandener Ratschlag-Mixturen: der alte Mennsch solle lernen, seinen Groll „in eine heitere Toleranz zu verwandeln, die dem Stinktier ebenso Lebensrecht zubilligt wie dem Löwen, dem Esel ebensoviel wie dem Adler“. Informationen: „daß die im Zeitraum Januar/Februar und Mai/Juni gezeugten Kinder eine deutliche Chance haben, besonders alt zu werden.“

Albert Rosenfeld, amerikanischer Wirtschaftsjournalist, spekuliert dagegen mit dem Traum des Menschen, möglichst alt zu werden, wenn nicht gar unsterblich. Er tröstet, daß wir „dem Endsieg über das Alter“ ein gutes Stück näher gekommen sind:

Albert Rosenfeld: „Länger leben – Wunsch – oder Alptraum? Ergebnisse der Alternsforschung“; aus dem Amerikanischen von Kathrin und Richard Kaufmann; Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 1978; 224 S., 24,80 DM.

Der Fortschrittsglaube marschiert über 224 Seiten, daß das Alter bald überflüssig sein könnte. Bis es soweit ist, empfiehlt Rosenfeld allerdings noch Mäßigkeit in Essen und Trinken und etwas Bewegung. Das ewige Leben ist greifbar nahe, nur. der Band selbst, ist nicht für die Ewigkeitgemacht – er ging beim ersten Lesen aus dem Leim.

Analysierend, aber nicht abstrakt und schon gar nicht den Blütentee für die Altchen preisend, geht ein Taschenbuch die Thematik an –