Penang ist in ein paar Jahren das Mallorca des Orients orakelte der Brite, „schade um die schöne Insel.“ Hier in der Halle des kolonialen E & O Hotels in der Hauptstadt Georgetown, bei Gin und Tonic, schien diese Befürchtung unrealistisch: Meine Begleiter und ich waren die einzigen Touristen, Geschäftsleute bestimmten das Bild.

Doch der Geschäftsmann, der seit Jahren auf Malaysias bekanntester Ferieninsel lebt, war nicht zu beirren. Er führte Beispiele auf: die stetig steigenden Besucherzahlen (gut 70 000 Westeuropäer im Jahr) und die hohen Investitionen für den Fremdenverkehr.

In der Tat, um Touristen buhlt die Insel; auf deren Geld ist ihr Wohlstand wesentlich gegründet. Die Hoffnungen richten sich gleichermaßen auf asiatische Nachbarn, Australier und Europäer, unter letzteren sind, mit Blick auf das benachbarte Bangkok, besonders die Deutschen im Visier.

Für die Besucher von Übersee wird derzeit der internationale Flughafen Penangs auf Jumbo-Maße ausgebaut. Die Rollbahn bietet den Großmaschinen schon genügend Länge, das neue Abfertigungsgebäude ist kurz vor seiner Vollendung. Dann sollen die Gäste, wie die „Penang Travel News“ per Schlagzeile verkünden, direkt aus Deutschland einfliegen. Unverhohlen wird der Flughafen als Ersatz für die Drehscheibe Bangkok angepriesen. Der stellvertretende Ministerpräsident habe deshalb mit Condor, NUR und Terramar verhandelt: vierzig Charterflüge im Jahr machten die Sache rentabel.

Mit den Jumbo-Kapazitäten müssen auch die Bettenkontingente wachsen. Penang hat an seiner Westküste bereits einige Hotels internationalen Standards, das Rasa Sayang oder das Casuarina beispielsweise. Eine Reihe weiterer Ferienhotels sind im Bau oder in der Planung, die Hotelketten Hyatt und Holiday Inn engagieren sich in Strandhotels der Luxusklasse.

Aber die Entwicklung läuft nicht hektisch voran. Ende dieses Jahres sollen auf der Insel 1500 Betten für Touristen gehobener Kategorie fertiggestellt sein, weitere sind für die kommenden drei Jahre geplant. Noch sind die Strände der Insel nicht überlaufen, noch ist Platz genug auch für diese neuen Gäste.

Für Fernost-Touristen ist die kleine, nur 15 Meilen lange und neun Meilen breite Insel wie geschaffen: Sie bietet schöne Strände, besichtigenswerte Ziele wie den Kek-Lok-Si-Tempel oder die allein vom Weihrauch betäubten, frei herumliegenden Vipern im Schlangentempel, quirlige Chinesenmärkte in der Hauptstadt und reizvolleMalayendörfer im Inneren der Insel. Den Nachteil gegenüber benachbarten fernöstlichen Einkaufsparadiesen gleicht die Regierung mit zollfreien Geschäften für Besucher aus.