Von Richard Gaul

Daß Elektronik und Automobile zusammenpassen, ist für jeden sichtbar geworden, seit das Volkswagenwerk in dieser Branche auf Brautschau ging. Der Einstieg bei Triumph-Adler bewies nicht nur das Wolfsburger Interesse am zukunftsträchtigen – und von der Autokonjunktur unabhängigen – Büromaschinenmarkt. Die Autoherren haben sich da auch den Zugang zur für sie immer wichtiger werdenden elektronischen Technologie erleichtert.

Dabei ist der Trend nicht neu: Schon vor über zehn Jahren kam ein VW mit der ersten elektronischen Benzineinspritzung auf den Markt; vom Autofahrer fast unbemerkt wird inzwischen noch vieles andere in seinem Fahrzeug nicht mehr durch Feinmechanik, sondern durch elektronische Bauteile gesteuert. Der Blinker, die Benzineinspritzung, die Zündung, einige Instrumente und in noblen Autos der Marken Daimler-Benz und BMW die Bremsen – sie alle gehorchen den Befehlen kleiner Computer. „Rund zwei Prozent der Nettoherstellkosten eines Fahrzeugs entfallen heute auf die Elektronik“, hat Karsten Ehlers, zuständig für die Fahrzeugelektrik im VW-Konzern, für die Wolfsburger Autos errechnet.

Das ist noch wenig, aber Ehlers prognostiziert bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts einen Anstieg auf acht Prozent für die Elektronik. Und Hans L. Merkle, Vorsitzender der Geschäftsführung des größten deutschen Autoausrüsters, der Robert Bosch GmbH, rechnet damit, daß „in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre in jedem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor mindestens ein elektronisches Steuergerät, das in den meisten Fällen mit einem Mikrocomputer: versehen sein dürfte, eingebaut sein wird“.

Für VW-Elektroniker Ehlers ist damit „die nicht spektakuläre Phase der Elektronikentwicklung im Auto zu Ende“. In den nächsten Jahren werde auch der Fahrer mehr und mehr von der Anwesenheit der kleinen Rechner bemerken. Denn bisher arbeite die Elektronik nur in einzelnen Aggregaten, mit dem nächsten Modellwechsel der Autofirmen wachse sie aber zu einem verbundenen System zusammen.

Die Automobilindustrie unterscheidet drei Bereiche, in denen die Elektronik eingesetzt werden kann:

  • die Antriebssteuerung (Benzineinspritzung, Vergaser, Zündung, Abgasregelung, Getriebe);
  • die Fahrzeugsicherheit (Anti-Blockiersystem für die Bremsen, Abstandswarner)
  • die Kontrolle und Information (Anzeigegeräte für sämtliche Funktionen, Bordcomputer, Verkehrslenkung).