Ein Gefühl, von der zivilisierten Gesellschaft abgeschnitten zu sein

Von Roger Berthoud

London

Nun ist doch noch etwas passiert! Gerade als die Hoffnungen auf eine Zukunft für die Times und ihre Schwester-Publikationen verblaßten, haben sich Gewerkschaften und der Verlag auf eine Formel für die Wiederaufnahme der Verhandlungen geeinigt, mit dem Ziel, am 17. April die Times wieder herauszubringen.

Natürlich müssen all die ursprünglichen Probleme noch gelöst werden. Doch jetzt gibt es wenigstens eine Antwort auf die immer wiederkehrende Frage der Leute: „Wann kommt die Times wieder?“ Allzuoft wurde diese Frage in den vergangenen drei Monaten von einer anderen begleitet: „Schreiben Sie jetzt ein Buch?“ Wohlmeinende Leute hielten einen auf der Straße an oder im örtlichen Supermarkt, um zu fragen, wie denn die Chancen stünden.

„Wir haben es mit anderen Zeitungen versucht“, erklären sie, „aber ohne die Times ist das Leben einfach nicht mehr so, wie’s früher war.“

Der so ziemlich einzig erfreuliche Aspekt des Verschwindens der Times ist, daß man tagtäglich erleben kann, in welchem Maße sie wirklich vermißt wird, seit das Management beschloß, sie vom 30. November des vergangenen Jahres an nicht mehr erscheinen zu lassen. Selbst ein hoher Beamter im sowjetischen Außenministerium fragte ausgerechnet den Herausgeber des Daily Telegraph, als dieser sich kürzlich in Moskau aufhielt. Besonders ausgeprägt ist das Gefühl der Entbehrung, das Gefühl, von der zivilisierten Gesellschaft abgeschnitten zu sein. Nicht von ungefähr nannte man die Leserbriefe an die Times das Schwarze Brett für Stammesnachrichten des britischen Establishments.