ZEIT: Herr Sohn, Ihre Aufgabe ist es, die Investitionslust deutscher Firmenin Entwicklungsländern zu fördern. Spüren Sie augenblicklich – wo aus dem Nord-Süd-Dialog ein Konflikt geworden ist und die Spannungen in der Dritten Welt zunehmen – wachsende Unlust in Ihrer Klientel?

Sohn:Nein. Im Gegenteil. Wir haben von Jahr zu Jahr höhere Zuwachsraten in unserem Auslandsgeschäft.

ZEIT: Und das wird so bleiben? Sohn: Wir gehen davon aus. Die Projekte der nächsten Jahre werden bereits geprüft, sind uns heute schon bekannt.

ZEIT: Aber Sie können nicht bestreiten, daß es riskanter wird, sich in einem Entwicklungsland zu engagieren. Wie sonst wäre Ihre Forderung, eine Investitions-Garantiezone einzurichten, zu erklären?

Sohn: Es ist schon richtig, die Risiken in den Entwicklungsländern sind größer geworden. Schuld daran sind zunehmender Nationalismus und häufige Regierungswechsel in einzelnen Ländern. Darum haben wir ja auch versucht, eine Garantiezone für Auslandsinvestitionen zu diskutieren, sehen allerdings große Schwierigkeiten, ein solches Konzept zu verwirklichen. Die sur Zeit besten Kapitalanlagegarantien sind Abkommen über Kapitalschutz zwischen der Bundesrepublik und einzelnen Staaten.

ZEIT: ... also zweiseitige Verträge...

Sohn: ... Ja. Und wir sind auch bereit, andere Länder, die solche Abkommen nicht haben, mit in unser Schlepptau zu nehmen.