Alles andere als glänzend schnitten deutsche Konzerne in einer Rangliste besonderer Art ab, die jetzt Financial Times veröffentlichte. Die angesehene britische Finanzzeitung ließ die Qualität der jährlichen Geschäftsberichte der hundert größten Unternehmen untersuchen. Fazit: Auf den Plätzen eins bis zehn findet sich kein deutscher Firmenname. Den Preis für den besten, aussagekräftigsten Geschäftsbericht heimste der niederländische Philips-Konzern ein. Auf den nachsten Plätzen folgen Svenska Cellulosa, Akzo, Unilever und Shell.

Anerkennung in den Augen der Briten fand auch der Siemens-Geschäftsbericht, der als bester deutscher auf Platz elf der Qualitätshitliste landete. Andere namhafte deutsche Konzerne könnten offenbar entschieden mehr zur Aufklärung ihrer, Aktionäre tun. Am Ende der Rangliste unter den letzten 25 finden sich AEG-Telefunken, Daimler-Benz, Gutehoffnungshütte und Thyssen.

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Der Vorsitzende des Vorstandes der Bayerischen Motorenwerke AG, Eberhard von Kuenheim, soll in den Aufsichtsrat der Bayerischen Vereinsbank einziehen. Nachdem Kuenheim schon vor einigen Jahren in das Aufsichtsgremium des Tochterinstituts Vereinsbank-Bayerische Handelsbank gewählt wurde, wird damit erneut das Bestreben deutlich, die Bankbande zu dem weißblauen Autounternehmen enger zu knüpfen.

Da BMW eine eigentliche Hausbank noch immer nicht hat, kann man mit einiger Phantasie in dem Vorschlag an die HV eine Art Angebot der Vereinsbank sehen, in eine solche Hausbankrolle hineinzuwachsen. Es kann Kuenheim nur recht sein, solch enge Beziehungen zu einer Münchner Bank zu unterhalten. Möglicherweise könnte diese auch einmal ein Aktienpaket übernehmen, wenn Großaktionär Herbert Quandt sich einmal von einem Teil seiner Aktien trennen will.

Fred Tuckman, deutschstämmiger Brite und Geschäftsführer der Deutschen Gruppe in der Hay-Unternehmensberatung GmbH, Frankfurt, will seine Erfahrungen bei der Personalberatung von Unternehmen nun auch in die große Politik einbringen. Der Engländer ist Kandidat der Konservativen Partei für die Europa wählen am 10. Juni 1979. Da die Briten traditionsgemäß donnerstags wählen, findet die Europawahl dort bereits am 7. Juni statt. Tuckman: „Das wird für mich eine dreitägige Tortur. Weil in den meisten EG-Ländern erst am 10. Juni gewählt wird, werden bei uns die Urnen nach der Wahl versiegelt Und das Ergebnis erst bekanntgegeben, wenn die Wahl in allen Ländern gelaufen ist.“