Jetzt hab’ ich es wieder, das kleine Nein. Ohne die Lippen zu bewegen, ist es da. Und ohne Betonung. Es flutscht auch nicht heraus, sondern kommt trocken und krümelig. Aber kurz und bündig... Und nun mal ein schnelles kleines Nein, und dann ein langsames: Die beiden muß man jedoch betonen. Verkniffen und wie rausgebellt klingt das schnelle und das langsame? Es ist feucht und will noch mal... Und das traurige? Da ist es schon, ganz zaghaft; was denn sonst? Es scheint-sich erst mal umzugucken. Und meine Unterlippe geht runter...

Jetzt begleite ich jedes der kleinen Neins mit einem Kopfschütteln. Zum ersten paßt es nicht, und zum zweiten? Kurzer kann man den Kopf doch nicht schütteln. Und zum dritten? Einmal links und einmal rechts und nicht zu kurz. Und zum traurigen? Dabei senkte ich den Kopf und es muß aussehen, als will ich ihn hängen lassen...

Jetzt bin ich bei dem großen Nein. Dazu gehört aber Kraft, wenigstens von innen her, zur Vorbereitung. Und es braucht auch eine gewisse Umgebung. Das sagt man schließlich nicht irgendwo so dahin. Was kann nicht alles zum großen Nein führen? Man muß es würdigen... Mit ausdruckslosem Gesicht wirkt es kalt... Und es einfach hinausschleudern? Dabei muß man stehen, egal wie. Und dann darf es auch nicht wie aus einem dunklen Loch kommen, wie bei dem kalten großen Nein. Der Mund muß sich wieder ausdrucksvoll schließen, aber schnell; das ist der große Punkt dahinter... Und die Augen? Aufblitzen müssen sie, auch beim Hinausschreien, und sich danach vielleicht an die Decke heften, vor allem an was Großes, bloß nicht an den Himmel... Also, das große Nein soll für sich sprechen. Und den Kopf hält man eben hin. Nur keine Bewegung. Wenn man aber den Kopf dabei schüttelt, wie weit das gehen darf? Man sollte es darauf ankommen lassen, denn wer das abzirkelt, bringt das große Nein um seinen großen Augenblick...

Jetzt ist das kleine Ja dran. Das funktioniert ja wie das kleine Nein... Warum sage ich denn plötzlich ja, ja? Man sagt ja öfter ja als nein Und weiter? Ich nicke dazu. Ob es das trockene, schnelle oder langsame ist, das Nicken bleibt kurz und zirkelt sich von selber ab... Finde ich doch eine Melodie auf die kleinen Jas; könnte sie sogar summen...

Jetzt kommt das große Ja. Aber mir fehlt die richtige Betonung. Das große Ja als Aufschrei? Dabei müßte man sich breitbeinig hinstellen, und der Ton strömt aus voller Brust. Oder als befreiender Seufzer...? Dann aber mit glänzenden Augen, oder...? Ich hab’ den Ton immer noch nicht. In der Mitte sollte er liegen, mit einem Anflug von Höhenlust... Nein, er muß noch höher. Und wenn sich die Stimme überschlägt ...? Ich mache den Mund zu und stelle mir das lieber vor. Es ist der richtige, Ja...