Rund 630 Milliarden Mark hatten private und staatliche Unternehmen bis Ende 1976 (neuere Zahlen sind nicht überall verfügbar) im Ausland investiert. Mehr als die Hälfte, 324 Milliarden Mark, stammte aus amerikanischen Quellen. Es folgen: Großbritannien mit 76, die Bundesrepublik mit 47, Japan und die Schweiz mit knapp 46, sowie Kanada mit 28 Milliarden Mark.

Mit Sicherheit ist der Rang der Deutschen in der Statistik unterbewertet. weil zum Beispiel Amerikaner, Engländer und Kanadier reinvestierte Gewinne mitzählen und in der englischen Summe Altbestände aus kolonialen Zeiten stecken, die ihren Wert nicht mehr haben.

Aufschluß darüber, wie sehr sich die Investoren eines Landes jeweils über die Grenzen hinweg orientieren, gibt eine Kennziffer, die die Auslandsinvestitionen in Prozent des inländischen Bruttoanlagevermögens ausdrückt. Hier sind die kleinen Länder mit ihrem relativ unergiebigen Inlandsmarkt stark. Die Niederlande führen diese Liste mit 6,64 Prozent an vor Dänemark, 3,23 Prozent. Nach Großbritannien, Schweden, Beigien, Luxemburg und den USA erst folgt die Bundesrepublik mit 1,97 Prozent.

Bei Strukturvergleichen mit den Verhaltensweisen anderer Auslandsinvestitionen fällt auf, daß nur. die Deutschen sich in den Entwicklungsländern, was die Anlagebranchen angeht, genauso verhalten wie in Industrieländern. Anders ausgedrückt: Auch in den Entwicklungsländern investieren die Deutschen vor altem in die verarbeitende Industrie und nicht verstärkt in den Rohstoffbereich. Während amerikanische, englische und japanische Investoren zwischen 25 und 30 Prozent ihres Entwicklungsländer-Engagements für die Rohstoffsicherung einsetzen, begnügen sich die Deutschen mit 6,5 Prozent.

Die Angaben stammen aus: Henry Krägenau, Internationale Direktinvestitionen. Das Buch erscheint in Kürze im Verlag Weltarchiv, Hamburg, zum Preis von 34 Mark.