Wer es noch nicht wußte, kann es sich jetzt von der EG-Kommission in ERE, der neuen Europäischen Rechnungseinheit, vorrechnen lassen: Die Bundesbürger gehören zu den Spitzenverdienern in der EG. Ihr Pro-Kopf-Einkommen liegt mit 6425 ERE (1 ERE = 2,50 Mark) nur knapp hinter dem der Luxemburger (7419 ERE) und der Dänen (7265 ERE). Im Mittelfeld liegen Franzosen, Belgier und Niederländer. Als finanziell schwächer einzustufen sind die Mitgliedsländer Großbritannien und Italien. Und das Schlußlicht bildet Irland, das mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 2533 ERE weit unter dem EG-Durchschnitt von 4751 ERE liegt.

Die Briten verdienen nicht nur weniger als viele ihrer Kollegen in der EG, auch die Leistung der britischen Industrie liegt deutlich unter der vergleichbarer Länder. Die „Bank of England“ hat festgestellt, daß die Produktivität in der Industrie Großbritanniens von 1973 bis 1978 nur um jährlich 0,6 Prozent wächst, verglichen mit 3,3 Prozent der westdeutschen Industrie, 3,7 Prozent in Japan, 2,7 Prozent in Frankreich und 1,4 Prozent in Italien.

Ä ußerst pessimistisch über die Preisentwicklung in diesem Jahr gaben sich bei einer Befragung im europäischen Raum wiederum Briten und Iren. Aber auch in der Bundesrepublik mehren sich, wie eine halbjährliche Umfrage der EG-Kommission zeigt, die Befürchtungen unter den Verbrauchern, daß sich die Preissteigerung in diesem Jahr bei schleunigen wird.

Schon im Februar lagen die Lebenshaltungskosten in der Bundesrepublik um 2,9 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Deutsche Bundesbank in ihrem eben veröffentlichten Monatsbericht feststellt. Sie führt dies vor allem auf die „drastischen Verteuerungen von Mineralölprodukten, speziell von leichtem Heizöl“ zurück. Auch die steigenden Einfuhrpreise für industrielle Produkte haben nach Ansicht der Bundesbank zur „Verschlechterung des inländischen Preisklimas“ beigetragen.

Ho