Mittelmäßig

„Das verrückte California Hotel“ von Herbert Ross ist die Verfilmung von Neil Simons Broadway-Erfolg „California Suite“, einer Kollektion von vier Einaktern, die alle im Beverly Hills Hotel spielen. Simon-Spezialist Ross („Die Sunny-Boys“, „Der Untermieter“) hat die ursprünglich separaten Storys ineinander verschachtelt, was dennoch ihre Bühnenherkunft nicht verdecken kann. Der Stil der Episoden reicht von derbem Slapstick (Richard Pryor, Bill Cosby) und vergnüglicher Farce (Walter Matthau, Elaine May) bis zur geschliffenen Dialogkomödie mit melodramatischen (Jane Fonda, Alan Alda) und witzig-zärtlichen (Maggie Smith, Michael Caine) Akzenten. Ein „Grand Hotel“ im episodischen Komödienstil, wo sich in den verbalen Sparringskämpfen der Protagonisten hinter bissigen Bonmots allemal verletzte Empfindungen verbergen. Das ist oft charmant und witzig, in seinem steten Bemühen um höhere Banalitäten mitunter aber auch enervierend langatmig. Helmut W. Banz

Langweilig

„Das Geheimnis der Agatha Christie“ von Michael Apted. Eine Klatschgeschichte aus dem Leben der berühmten Kriminalschriftstellerin (gespielt von Vanessa Redgrave), die 1926 für elf Tage spurlos verschwand. Der Film läßt sie diese Zeitspanne inkognito in einem Kurort verbringen, wo sie einem amerikanischen Kolumnisten (Dustin Hoffman) begegnet und einen langwierig inszenierten Selbstmordversuch unternimmt. Auch sorgfältige Dekors, um Zeitkolorit bemühte szenische Details oder akzentuierende Auf- und Abblenden vermögen es jedoch nicht, der läppischen Melange aus verhinderter Romanze und kriminalistischem Verwirrspiel irgendwie Leben einzuhauchen. In dieser gesofteten, mit dem Firnis diffuser Erlesenheit überzogenen Welt bleiben die Personen blasse Teilstücke eines schicken Designs und kriegen nur mühsam die nicht gerade raffiniert eingefädelte Handlung von der Stelle. Statt Trivialem, das sich selber ernst nimmt, sieht man bei Apted (immerhin einmal der Regisseur von „Stardust“) nur Banalitäten, die sich bedeutungsvoll geben. Winfried Günther

Empfehlenswerte Filme

„Eine Hochzeit“ von Robert Altman. „Der Sturz“ von Alf Brustellin. „Assault – Anschlag bei Nacht“ von John Carpenter. „Dark Star“ von John Carpenter. „Violette Nozière“ von Claude Chabrol. „Die durch die Hölle gehen“ von Michael Cimino. „Zwischen zwei Kriegen“ von Harun Farocki. „Die Ehe der Maria Braun“ von Rainer Werner Fassbinder. „Harlan County USA“ von Barbara Kopple. „Der Holzschuhbaum“ von Ermanno Olmi. „Blue Collar“ von Paul Schrader. „Ein komischer Heiliger“ von Klaus Lemke.