ZEIT: Drei Programme und 3,7 Milliarden Mark hat Bonn bisher zur Förderung der deutschen Datenverarbeitung in der Bundesrepublik eingesetzt, Herr Hauff. Ziel dieses finanziellen Kraftaktes: Zu Beginn der achtziger Jahre sollten die deutschen Computerhersteller international wettbewerbsfähig sein. Ist dieses Ziel erreicht worden?

Hauff: Ja. Als wir mit der Förderung der Datenverarbeitung begännen, hatte Siemens, der größte deutsche Hersteller auf diesem Gebiet, einen Marktanteil von sechs Prozent, inzwischen sind es zwanzig Prozent.

ZEIT: Das Unternehmen braucht also kein Geld mehr vom Staat?

Hauff: Die weitere Entwicklung – vor allen Dingen im Bereich der Hardware, der Maschinenentwicklung sollte sich selbst tragen. Im Bereich der mittleren und großen Anlagen wird daher von 1980 an die Förderung auslaufen. Laufende Projekte werden natürlich nicht abgebrochen. Ab 1982/83 wird dieser Bereich überhaupt nicht mehr bedient.

ZEIT: Die zwanzig Prozent Marktanteil hat Siemens nur in der Bundesrepublik, in Europa sind es nur sieben Prozent. In den Vereinigten Staaten, dem größten Computermarkt der Welt, ist Siemens überhaupt nicht vertreten. Zudem kommt IBM – der größte auf dem Weltmarkt – jetzt mit neuen, billigeren Maschinen. Kann da die deutsche DV-Industrie tatsächlich ohne Förderung bestehen?

Hauff: Also nach Auskunft des Siemens-Vorstandsvorsitzenden Plettner schreibt sein Unternehmen schwarze Zahlen im Computergeschäft. Das Argument, daß neue Computer auf den Markt kommen, daß es Produktivitätsfortschritte auf dem Gebiet der Datenverarbeitung geben wird, gilt immer. Deshalb meine ich, daß jetzt der Punkt erreicht ist, wo wir sagen müssen: Kameraden, jetzt geht’s mit eigener Kraft weiter.

ZEIT: Geht das wirklich, wenn man sieht, wieviel die Amerikaner an Forschungsmittel in die Elektronik stecken?