Den Spekulationen, er werde als dritter Chefredakteur die Leitung des Magazins Wirtschaftswoche komplettieren, setzt Conrad Ahers, derzeit Chefredakteur des SPD-eigenen Boulevardblattes Hamburger Morgenpost, wenig mehr entgegen. Ahlers, „nebenbei“ SPD-Bundestagsabgeordneter und einst Regierungssprecher, will freilich zuvor die Probleme seines jetzigen Blattes geregelt wissen. Die Morgenpost nämlich ist auf Partnersuche. Und nach Ahlers gibt es da auch Kandidaten, die er freilich nicht nennen will.

Ist diese Geschichte gelaufen, dann hat er „durchaus Neigung“, sich von der Wirtschaftswoche in intensivere Gespräche verwickeln zu lassen. Freilich: „Es gibt auch noch andere Möglichkeiten.“ Unterdessen rumort es in der Wirtschaftswoche. Seit dem 1. Januar dieses Jahres haben vierzehn Redakteure gekündigt. Und das Kürzel des Wirtschaftswochen-Verlags, der Gesellschaft für Wirtschaftspublizistik, GWP, hat eine bezeichnende neue Deutung erfahren: Gesellschaft wirrer Personalplanung.

*

Noch sieht der Aufsichtsrat des Volkswagenwerks keinen Anlaß, über eine Nachfolge für seinen erkrankten Vorsitzenden, den Salzgitter-Chef Hans Birnbaum, zu entscheiden. Für den Fall aber, daß Birnbaum sein Amt aus Gesundheitsgründen zurückgibt, haben sich die Herren, wie zu vernehmen ist, bereits auf einen Neuen geeinigt. In Bonn gilt nach wie vor Hans Friderichs, Vorstandssprecher der Dresdner Bank und Ex-Wirtschaftsminister, als Favorit.

Unterdessen bereitet aber schon der Alltag dem paritätisch besetzten Gremium ein wenig Sorgen. Zwar sind auch Kapitalvertreter der Meinung, der IG-Metall-Chef und stellvertretende Vorsitzende Eugen Loderer habe schon die letzte Sitzung „hervorragend“ geleitet. Zwar ist man sich über den Dividendenvorschlag, der ebenso wie die VW-Beteiligung an Triumph-Adler an diesem Freitag behandelt wird, schon zuvor einig geworden (ohne zu sagen, wie er ausfällt – eine ganz ungewohnte Disziplin).

Was aber die Vorstellung angeht, Loderer werde auch die Anfang Juni im Berliner Kongreßzentrum (ICC) stattfindende Hauptversammlung leiten, da graust es dann doch den einen oder anderen. Zu frisch sind noch die Erinnerungen an jene ebenso unqualifizierten wie heftigen Attacken, die manche Kleinaktionäre bei dieser Gelegenheit gegen Loderer zu reiten pflegen. Und zu groß sind die Zweifel, ob Loderer gut beraten wäre, diesen Zirkus selbst zu dirigieren.