Nun kann man ja mit einem Puzzle kaum mehr einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken. Schließlich ist ein Puzzle jedermann sattsam bekannt. Ich kann Puzzles sowieso nicht leiden, weil ich immer wieder, entgegen festen Vorsätzen, daran hängenbleibe und mich um Schlaf und Nervenruhe bringe.

So winkte ich nur gelangweilt ab, als ich zur Puzzle-Party sollte. Vier Bildchen von Blümchen-Sträußchen. Und dazu je Bildchen nur 48 Teilchen. Läppisch und unter meiner Würde.

Diethard ließ sich von meinen zersetzenden Reden nicht beeinflussen und begann, die Stanzteilchen in vier gleiche Häufchen zu teilen. Kurz später standen vier Sichtschirme, je von einer Vorlage geziert.

Zufällig paßten ein paar Teile zusammen. Den Rest begann ich sogleich voll arger List in drei Grüppchen zu gliedern: Randteile. e. leicht erkennbare Tnnenteile. schwer identifizierbare Innenteile. Diese wollte ich zuerst abgeben, jene solange wie möglich zurückbehalten.

Kurz später waren wir in wilde Tauschgeschäfte verwickelt. Eine Stimmung wie in einem persischen Basar „Wer tauscht zwei Teile, wer tauscht zwei Teile ... Wildes Stimm-Durcheinander. Aus mir nicht ganz ersichtlichen Gründen bekam ausgerechnet ich entweder nur solche Teile, mit denen ich gar nichts anfangen konnte – oder schwer identifizierbare Tnnenteile. Die Mitspieler schienen Randteile zu horten.

Etwa eine dreiviertel Stunde wogte die Tauschschlacht. Mein sonst so sanftes Weib erfrechte sich zu bemerken, ich sähe in meinem Puzzleglück so freundlich aus wie die eben von mir gesetzte Sonnenblume. Ausgerechnet ich. der ich Puzzle nicht leiden kann. Tom Werneck

Puzzle-Party. F. X. Schmidt, Postfach 326, 8000 Mündien 2, 4 Spieler, unverb. Preisempf. 16,95 DM