Der erste Start der US-Raumfähre „Space Shuttle“, der bereits mehrere Mal verschoben wurde, soll nun endgültig am 1. April 1980 stattfinden. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA möchte nach mehreren Explosionen bei Triebwerkstests und nach Problemen mit den Hitzeschutzplatten kein Risiko mehr eingehen: Nach noch streng geheimen Plänen soll ein täuschend echt aussehendes Ingenieurmodell aus Balsaholz mit Hilfsraketen in eine Umlaufbahn geschossen werden. Während des Aufstiegs und im Orbit werden zuvor in Studios aufgezeichnete Funk- und Fernsehsignale für das vertraute „Roger“ sorgen. Diese „kleine Lösung“ bringt der unter knappen Finanzmitteln leidenden NASA mehrere gewichtige Vorteile. So kann der hölzerne Ersatz keinen Schaden beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre anrichten, da er – anders als das metallene Himmelslabor „Skylab“ – garantiert vollständig verglüht. Die echte Raumfähre wird auf dem Dach des Washingtoner Luft- und Raumfahrtmuseums aufgestellt, wo sie (gegen einen Dollar Eintritt pro Person) ihre Herstellungskosten in nur zwölf Jahren wieder hereinbringen könnte. N. W.

Grundlagennahe, anwendungsrelevante Kommissionsforschung wurde in der Bundesrepublik bisher sträflich vernachlässigt. Jetzt bietet die Max-Planck-Gesellschaft einem jüngeren Wissenschaftler die Gelegenheit, eine Arbeitsgruppe auf dem Gebiet der Kommissionsforschung aufzubauen und selbständig ein Forschungsprogramm durchzuführen. Die Gesellschaft eignet sich besonders gut für ein derartiges Vorhaben, da sie über ein breites Spektrum intensiver Kommissionsarbeit verfügt. So stehen für Fallstudien zum Beispiel Präsidialkommissionen, Senats- und Rats-Kommissionen, Sektionskommissionen, Gemischte Kommissionen, Planungs-Kommissionen, Nachwuchs- und Berufungskommissionen zur Verfügung. Das Ziel der Arbeiten soll die Erforschung von Prozessen intermediärer Kommissionskommunikationen im Hinblick auf Anonymitätsmechanismen sein. Wie die Gesellschaft betonte, können die Studien durch technische Hilfsmittel wie etwa der Kommissionscomputersimulation unterstützt werden. Interessenten sollten sich an die Ad-hoc-Kommission Nr. 1-4-79, Postfach 20 23 40, 8000 München 2, wenden. AS

Ein Musterbeispiel praxisnaher Fortbildung demonstrierte die Bundesärztekammer in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Schnee- und Lawinenforschungsinstitut und der europäischen Weltraumbehörde ESA in Davos. Um den 1400 fortbildungsbeflissenen Ärztinnen und Ärzten keines der Schwerpunktthemen entgehenzulassen, sendeten die deutschen Ärztefunktionäre die Vorträge zum Nachrichtensatelliten „Symphonie“. Von dort wurde das Programm direkt in die Davos umgebenden Skihänge ausgestrahlt, die wegen ihrer rauhen Topographie nur schwer von erdgestützten Fernsehsendern versorgt werden können. An Liftstationen und sturzträchtigen Bodenwellen stationierte Lawinensuchhunde des Schneeforschungsinstituts (zumeist kräftige Bernhardiner) mit umgeschnalltem Empfangsgerät und um den Hals getragenem Mini-Farbfernsehgerät ermöglichten es allen fortbildungswilligen Medizinern, stets über die Behandlung von Knochenbruch und Arteriosklerose informiert zu bleiben. A. A.