Den Reiseveranstaltern ist eine kleine, aber expansive Konkurrenz erwachsen: die Verkäufer von Sport- und Freizeit-Zubehör. Die Vorreiter dieser neuen Zunft waren Münchens Sportartikel-Fachhändler, die rund Ums Jahr spürbar mehr Trimm-Kluft und -Gerätschaft absetzen, seit sie ihren Kunden die dazu passenden Urlaubsreisen andienen.

Die Konkurrenten waren sich einig – Sport und Tourismus sind nicht mehr voneinander zu trennen. „Seit wir Reisen veranstalten“, weiß die Leiterin des Reisebüros der Sofort Köpf KG, Annelies Waneck, „verkaufen wir mehr.“ Würden wir das nicht mehr tun“, orakelt der Leiter der Sport-Touristik der Sport-, Münzinger KG, Heinz Graf, wäre unser Sortiment nicht mehr so gefragt.“ Gleichwohl können die Händler den Umsatzgewinn, der sich aus dieser Wechselwirkung ergibt, nicht in absoluten Zahlen festschreiben, denn beim täglichen Kassensturz ziehen die einzelnen Abteilungen getrennt Bilanz.

Die Vita indes liest sich bei allen gleich, die Idee, durch den Verkauf von Sportartikeln, -ausrüstung und kleidung den Kunden außerdem den Urlaubsstart zu erleichtern, erweist sich als Volltreffen Den Tagesfahrten folgten Wochenend- und Wochenskikurse, heute fahren Und fliegen Tausende aus München und dem bayerischen Umland nicht nur in die Alpenländer, sondern auch rund um den Globus, um ihren sportlichen Hobbys zufrönen.Seit 25 Jahren ist. Sport-Scheck bereits in dem Geschäft, „50 000 Reisende hatten wir allein im letzten Jahr“, wie der Leiter des Reisedienstes, Max- Oberhäu-– ser, nicht ohne Stolz vermeldete. Der Urlaubstilialevom Mitbewerber Sport-Schuster vertrauten sich nach Informationen ihres Leiters, Klaus Küttner, immerhin 12 000 Gäste an.

Sie und andere zahlten für eine Pauschale, in der alle üblichen Leistungen enthalten waren (Transport, Unterkunft, Sportlehrer, -gerate und -anlagen). Einige der Fachhändler haben sich mittlerweile zu ausgesprochenen Spezialisten gemausert. So suchte und fand Münzinger (Teilnehmer 1978; rund 8000) seine künftigen Marktchancen in Skandinavien, wo alpenrmüde Bayern durch ein IT-Flugpauschal-Arrangement für den Langlauf in nordischen Loipen begeistert werden sollen.

Bei Annelies Waneck klingeln die Kassen verstärkt (1978: etwa 1000mal), wenn die Gruppen zu den Volksläufen nach Wasa und sonstwohin bucht oder neuerdings zu den Langlauf-World-Cup-Rennen. Ihr neuer Kundenstamm rekrutiert sich zunehmend aus Nicht-Bayern. „Die“, so freut sie sich, „haben durch ihren Trimm-Faible so gute Kondition, daß sie ohne Mühe auf Bretter umsteigen können.“ Material und Zubehör wählen sie vorher aus dem Katalog, die Versandabteilung sorgt dann für den Transport frei Haus. Paul Karlob