Energiesparen, vom Bonner Forschungsminister Volker Hauff kürzlich zur „Schicksalsfrage unserer Generation“ proklamiert, fordert auch EG-Kommissar Guido Brunner. In einer Vorlage zur Ministerratssitzung Ende des Monats geht er davon aus, daß in der EG die Erdölversorgung im ersten Halbjahr um sechs Prozent zurückgehen wird. Da sich in den vergangenen Monaten die Bestände in den Verbraucherländern stark verringert haben, fürchtet Brunner „ernste Rückwirkungen auf die Versorgungssituation im nächsten Winter“. – Für dieses Jahr rechnet die Kommission mit einem Bedarf von 515 Millionen Tonnen Erdöl, zehn Millionen mehr als 1978. 95 Millionen Tonnen könnten innerhalb der Gemeinschaft erzeugt werden.

Im vergangenen Jahr hat die Rohölförderung in der Europäischen Gemeinschaft 63 Millionen Tonnen Rohöl – ein Drittel mehr als 1977 – gefördert. Diese hohe Steigerungsrate war nur möglich, weil in der Nordsee vier neue Felder erschlossen werden konnten. Damit steuerte Großbritannien mit über 53 Millionen Tonnen Rohöl den höchsten Anteil innerhalb der EG bei.

Was in bundesdeutscher Erde noch an gewinnbaren sicheren und wahrscheinlichen Erdölvorräten lagert, hat jetzt das niedersächsische Landesamt für Bodenforschung bekanntgegeben: 65,3 Millionen Tonnen sollen es sein, davon über die Hälfte im Gebiet westlich der Ems, ein Viertel im Weser-Ems-Gebiet, 15 Prozent im Landstrich Elbe-Weser.

Fest steht, daß der kalte Winter sein Heizölopfer gefordert hat. Um 27 Prozent mehr als im Vorjahr wurden im Januar verbraucht, registrierte das Bundesamt für gewerbliche Wirtschaft. Insgesamt waren es 5,75 Millionen Tonnen leichtes und extra leichtes Heizöl, die für mollige Wärme sorgten. Bei schwerem Heizöl, das hauptsächlich in der Industrie und im Kraftwerksbereich eingesetzt wird, stieg der Verbrauch sogar um rund dreißig Prozent. Nur auf dem Kraftstoff markt brachte der Wintereinbruch – wie das Bundesamt mitteilt – einen „Knick nach unten in der Absatzkurve“. Die Autofahrer haben im Januar gegenüber Dezember 1978 knapp 15 Prozent weniger verbraucht. Ho