Revolution per Radio

Keine Revolution ohne Propaganda – getreu diesem Grundsatz haben die Gegner des nicaraguanischen Präsidenten Somoza ihren Sender „Radio Sandino“ verstärkt, dessen Standort offiziell „unbekannt“ ist. Die Sendeleistung wurde auf das Zwölffache gesteigert, das Programm auf sieben Stunden täglich erweitert. Zu den Kurzwellensendungen soll nun auch eine Mittelwellen-Frequenz kommen – geeignet für die unzähligen billigen Transistorradios, von denen ein südamerikanischer Diktator einmal seufzte, daß sie mehr Aufklärung und Aufruhr verursacht haben als alle Partei-Parolen.

Wirtschaftsfaktor Muttermilch

Indiens 22 Millionen stillende Mütter produzieren im Jahr 3,7 Millionen Tonnen Milch. Das entspricht einem Gegenwert von über 900 Millionen Mark, wie Dr. Gopalan, der Direktor des „Indian Council of Medical Research“ ausgerechnet hat. Länder, in denen das Kinderstillen aus der Mode gekommen ist, müssen für teures Geld Ersatznahrung beschaffen. So werden in Chile 78 600 Tonnen Muttermilch nicht genutzt; in Kenia verzichtet man jährlidi auf die Verwendung von Muttermilch im Werte von 11,5 Millionen Dollar (was immerhin einem Fünftel der Entwicklungshilfe entspricht, die dieses Land bekommt). Die Philippinen geben sogar mehr als 30 Millionen Dollar pro Jahr für künstliche Babynahrung aus.

Frühes Flimmern

In Shanghai oder Peking stehen die Filmfans schon von fünf Uhr morgens an Schlange vor den Kinos – um die besten Plätze für die erste Vorstellung zu erwischen, die schon um 5 Uhr 30 beginnt. Für 30 Pfennig können sie dann einen US-Import wie „Konvoi“ oder eine Eigenproduktion wie „Die Rote Kammer“ sehen – einen Film über den „Kampf zweier Liebenden gegen den Feudalismus“. Der Gang ins Kino ist bei weitem die liebste Freizeitbeschäftigung der Chinesen: Insgesamt wurden im Vorjahr 25 Milliarden Eintrittskarten verkauft. Da es kaum Fernsehen gibt, floriert auch, die chinesische Filmproduktion. In diesem Jahr sollen 52 Filme gedreht werden, darunter auch eine „Komödie“ über „Familienplanung in China“.

Killer gegen Killen

Delphine sind bei Schiffs-Reisenden beliebt, bei Fischern gefürchtet, weil sie die Fische vertreiben oder sich an dem Fang in den Nutzen gütlich tun. Japanische Wissenschaftler, haben jetzt einen mechanischen Killer-Wal entwickelt, der mit 100fach verstärkten Schreien die ungewünschten Gäste vertreiben soll – bislang schlugen die Fischer sie tot. Ein Massaker an 1011 Delphinen im Februar löste weltweite Proteste (und den Bau des medianischen Wals) aus. Nicht zur reinen Freude der japanischen Fischer. Amerikanische Kollegen töteten jedes Jahr über 70 000 Delphine, ohne Protest, so behaupten sie; der Aufschrei wegen der 1011 in Japan getöteten Tiere sei allein eine Folge rassistischer Vorurteile.