Von Heinz-Günter Kemmer

Im Düsseldorfer Nobel-Restaurant Müllers und Fest verriet der Kaufmann Heinz-Friedrich Hoppe, woran die deutsche Bauindustrie krankt. Schuld seien, so erfuhren Journalisten, die Techniker an der Spitze der Unternehmen.

Das ist jetzt einige Jahre her. Aber damals war Hoppe gerade dabei, seine These mit Taten zu belegen. Er hatte den Vorstandsvorsitz bei der durch Verluste in Spanien angeschlagenen Beton- und Monierbau AG in Düsseldorf übernommen und das Unternehmen aus seiner Krise herausgeführt.

Unter Hoppes Leitung explodierte die Leistung des Unternehmens: 1969 – dem Jahr vor Hoppes Amtsantritt – lag die Bauleistung bei 466 Millionen Mark, schon 1970 kletterte sie auf 586 Millionen Mark, ein Jahr später wurden gar 749 Millionen Mark erreicht. Und mit der Leistung stieg der Gewinn. Nach einem Dividendenausfall für 1969 und mageren sechs Prozent für 1970 kehrte das Unternehmen 1971 mit 16 Prozent zur früheren „Standard-Dividende“ zurück.

Mit der Bauleistung ging es auch weiterhin bergauf, mit dem Ertrag nicht. Für 1972 gab es noch einmal 16 Prozent, doch von da an ging’s bergab.

Das Ende der Talfahrt ist bekannt: Nach Verlustabschlüssen für 1977 und 1978 meldete der Vorstand in der vergangenen Woche Konkurs an. Das sechsgrößte Bauunternehmen der Bundesrepublik, das 1978 mit rund 18 000 Mitarbeitern eine Bauleistung von 1,7 Milliarden Mark hinstellte, warf das Handtuch.

Hoppe freilich blieb es erspart, den Weg zum Konkursrichter antreten zu müssen. Ihm hatte der Aufsichtsrat schon im März vergangenen Jahres den Stuhl vor die Tür gesetzt, als sich die verheerenden Verluste aus den von Hoppe initiierten Auslandsgeschäften nicht länger verheimlichen ließen.