Forschungsminister Volker Hauff hat eine besondere Art, sich Freunde zu machen. In der jüngsten Ausgabe der vom Ministerium herausgegebenen Publikation „Energiediskussion“ wurde ein Offener Brief von sechs Angehörigen der Kerntechnischen Gesellschaft an die sechs FDP-Bundestagsabgeordneten Ingrid Matthäus, Helga Schuchardt, Klaus Gärtrier, Helmut Haussmann, Friedrich-Wilhelm Hölscher und Manfred Vohrer abgedruckt. Das waren jene Abgeordneten, die Ende letzten Jahres entschiedene Kritik an der Kernenergie geübt hatten.

Verärgert hatte die FDP-Parlamentarier an dem Brief nicht so sehr die inquisitorische Art der gestellten Fragen, sondern die Tatsache, daß die Form des Offenen Briefes gewählt wurde, womit von vornherein der Eindruck erweckt wurde, die Abgeordneten sollten offenbar nicht in die Lage versetzt werden, vor der Veröffentlichung Stellung zu beziehen. Denn ihre Antworten wurden gar nicht erst abgewartet. Klaus Gärtner: „Die Tendenz war eindeutig. Man wollte uns öffentlich abstempeln.“

Trotzdem wollen sich die angesprochenen Parlamentarier – zumindest Klaus Gärtner und Helga Schuchardt – zu einem Gespräch mit – den Fragestellern treffen. Das zumindest hätte auch die vom Forschungsminister publizierte Zeitschrift abwarten können. Daß dies nicht der Fall war, ist für Klaus Gärtner nur ein weiteres Beispiel für die überhebliche Praxis der Bonner Ministerialbürokratie im Umgang mit Volksvertretern.

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Der Aufstieg von Wolfgang Bodenbender zum Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik und – Arbeitslosenversicherung im Bonner Arbeitsministerium war vorprogrammiert. Wer in Bonn je persönlicher Referent eines Ministers gewesen ist, hat damit die unterste Sprosse einer sicheren Karriereleiter betreten. Bodenbender war eine Zeitlang Vertrauter und persönlicher Referent des früheren Bildungsministers Helmut Rohde.

Der neue Posten des noch relativ jungen Bodenbenders – er ist erst 42 Jahre – war einige Zeit verwaist. Er gehörte bis Ende 1978 dem der CDU zugezählten Manfred Baden, der von Bundesarbeitsminister Herbert Ehrenberg geopfert wurde, weil er mitverantwortlich für einen umstrittenen Erlaß der Bundesanstalt für Arbeit war. Darin waren die für Arbeitslose zumutbaren Arbeiten erheblich ausgeweitet worden.

Das wiederum hatte die Gewerkschaften, deren Vertreter den . Erlaß allerdings mitgezeichnet hatten, beträchtlich gegen Arbeitsminister Herbert Ehrenberg eingenommen. Erhebliche Kritk hatte Ehrenberg auch aus der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) einstecken müssen. Dessen Vorsitzender ist wiederum Hehmut Rohde.