Der rüde Ton, in dem Politiker aller Couleur miteinander umgehen, greift zunehmend auch auf andere sogenannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens über. Ein Beispiel dafür ist der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Constantin Freiherr Heereman.

Da gab die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher (AGV) unlängst zu bedenken, daß die Überschußproduktion von Milchpulver und Zuckerrüben jährlich zwei Millionen Tonnen Heizöl verschlingt. Die AGV meinte, es sei an der Zeit, „endlich auch die Agrarproduktion energiepolitisch zu analysieren“. Heereman darauf, alles andere als sachlich: „Wenn Leute, die selbst Energie verschwenden, weil sie eine dicke Eichenbohle schon seit langem vor ihrem Hirn durch die Gegend tragen und das nicht merken und das trotzdem weiter tun, trotz der Energieknappheit, anstatt mit diesem Balken endlich einmal Sozialwohnungen zu bauen, dann muß man sich doch fragen, ob man mit den Leuten überhaupt noch sprechen soll, die so einen Unsinn verzapfen.“

Nicht ganz so schlimm, dennoch unsachlich, mußte sich Konsul Hans Hartwig, Präsident des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), beschimpfen lassen. Hartwig hatte in einem Brief an Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff ebenfalls darauf hingewiesen, daß Möglichkeiten ausgelotet werden sollten, auch landwirtschaftliche Erzeugnisse weniger energieaufwendig zu produzieren. Heeremans Bauerninformationen dazu: „Hartwigs unausgegorene Weisheiten.“

BGA-Hauptgeschäftsführer Jürgen Stahlmann über solche Pauschalverdammungen: „Das ist nicht unser Ton und unser Stil, wenn es um die Diskussion unterschiedlicher Auffassungen in der Wirtschafts- und Energiepolitik geht.“ Der BGA sei entschieden der Meinung, bei der Erörterung von Energieeinsparungen komme man nicht daran vorbei, auch die dirigistische, protektionistische und dadurch sehr teure Agrarproduktion einzubeziehen. Der BGA und Präsident Hartwig stünden dem Bauernverband jedenfalls zur sachlichen Diskussion stets zur Verfügung.

Erkenntnisse seines Besuchs in Japan haben Postminister Kurt Gscheidle offensichtlich veranlaßt, sehe Prognosen über den Absatz von Tele-Kopierern (Textübermittlung per Telephon) in der Bundesrepublik zu korrigieren.

Vor wenigen Monaten rechnete die Bundespost für 1985 mit einem Tele-Kopiernetz von etwa 55 000 Teilnehmern. Nach Rückkehr aus Japan meinte Gscheidle nun, er erwarte, daß bis 1985 insgesamt rund 100 000 Fernkopierer in Betrieb sein werden. Bislang wurden 1000 Geräte installiert, davon sind 60 Geräte posteigen, was einem Marktanteil von sechs Prozent entspricht.

Die Post, die als Mitwettbewerber in diesen Markt eingestiegen ist, tat sich gegenüber dem Wirtschaftsministerium verpflichet einen Marktanteil von maximal 20 Prozent nicht zu überschreiten. Was die Post allerdings tun wird, diese Grenze einzuhalten, wenn die Nachfrage nach posteigenen Geräten größer ist als sie auf Grund der Selbstverpflichtung sein darf, ist zweifelhaft. Denn anders als private Firmen ist die Post auf Grund ihrer Stellung verpflichtet, jeden Nachfrager auch zu befriedigen.