Hörenswert

The Knack: „Get The Knack“. Der Name dieses neuen Pop-Quartetts und der Titel ihrer Debüt-Platte sollen sich gewiß auf Richard Lesters bekannte Komödie von 1965 („Der gewisse Kniff“) beziehen. Alle Parallelen enden damit auch schon. Komödiantisches Talent zeigen die vier allerdings: Auf dem Album finden sich zahllose für den Kenner sofort identifizierbare Stil-Einflüsse von den frühen Beatles bis zu den Boomtown Rats und von den Byrds bis zu Talking Heads und selbstverständlich auch all jenen Gruppen, welche die damals so genannte „Beat“-Musik für die siebziger Jahre neu einspielten. Mit Nostalgie haben diese zwölf Songs nichts zu tun, allerdings fehlt ihnen auch ein wenig die Originalität, mit der die Flamin’ Groovies oder Tom Petty und die Greg Kihn Band sich auf ihre Vorbilder bezogen. Der Spaß am Pop-as-pop-can ersetzte hier eigenen Stil. Ein garantierter Bestseller. (Capitol 1C 064-85 906) Franz Schöler

Brav

„Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“, Hörspiel. Christine Nöstlingers Geschichte von der Vertreibung des Kellerkönigs Kumi-Ori gehört, knapp sieben Jahre nach der Erstveröffentlichung, bereits zu den „Kinder-Klassikern“. Vielfach preisgekrönt, übersetzt (sogar ins Russische), verfilmt und nun als Hörspiel auf Rillen gebracht, könnte man die Parabel von der Machtergreifung des Scheusals Gurkinger, der wie ein Kürbis aussieht und wie ein Desport herrschen will, zum Genre eines phantastischen Realismus zählen. Mit surrealen Figuren, robustem Witz und realistischem Familienhintergrund spielt die Nöstlinger ein Lehrstück durch über angemaßte Autoritäten, Machtgier, Untertanengeist, Bestechlichkeit, Schranzen und die Ansteckungsgefahr bei ausbrechendem Diktatorfieber. Leider hat Chris Bohlmann viele Austriazismen, die einen wesentlichen Anteil am Komischen haben, durch langweiligeres Hochdeutsch ersetzt (aus dem Gurkinger ist ein Gurkenkönig geworden) und wichtige Nebensätze gestrichen. Zusammengenommen macht dies eben eine, sagen wir, gezähmte Fassung dieser frechen Fabel aus. Sehr geglückt ist indessen die Besetzung: keine langweilig geglätteten Stimmen von Kinderfunkstars, sondern unverfälschter O-Ton ganz natürlicher Kinder. Überzeugend: Klaus von Dobschütz als Wölfl Hogelmann, Marcel von Berg als Gurkinger und Hans Rewendt als Opa Hogelmann. Vom Witz des Originals ist noch eine Menge zu spüren. (Robbi CBS 50 006). Ute Blaich