Wieder einmal stattete ich Dr. Spielvogel, dem bekannten Psychotherapeuten, einen Besuch ab, um mich nach seinem Befinden zu erkundigen. „Danke“, sagte er, als wir es uns auf seiner Praxis-Couch gemütlich machten, „seit ich diese wichtige Entdeckung gemacht habe und mich nun ganz auf Polit-Fälle spezialisiere, geht es mir wieder recht gut.“

Er bemerkte meinen fragenden Blick: „Ich bin nämlich dahintergekommen, daß politisch engagierte Menschen schweren Schaden an ihrer Seele nehmen, wenn sie aus Gründen der Disziplin ihre wahren politischen Überzeugungen verleugnen und dementsprechend gewisse Abwehrmechanismen entwickeln müssen.“

„Beispiele!“, sage ich,

„In Hülle und Fülle! Um mal bei uns anzufangen: Wegen der Bundestagswahl 1980 gehen wir einer Hochsaison entgegen. Wir haben zahlreiche Voranmeldungen von Umweltschützern, die, schon wegen der Kernenergie, die .Grünen’ wählen würden – nun aber zähneknirschend gezwungen sind, der Koalition ihre Stimme zu geben. Kaum haben sie die Couch freigemacht, legen sich schon linke Sozis drauf, die alle Schmidt für ein großes Übel halten – allerdings seinen Rivalen für ein noch größeres.“

„Und bei den anderen?“, erkundigte ich mich.

„Sehr ähnlich, Sie müssen sich nur ausmalen, wie es in der Psyche eines angesehenen Hamburger CDU-Politikers aussieht, der immer gegen den CSU-Vorsitzenden war und nun für ihn die Werbetrommel rühren muß.“

Ich bat Dr. Spielvogel um weitere Fälle,