Präsident Carter war gut beraten, als er Paul A. Volcker zum neuen Chef der US-Zentralbank machte. Er wird G. William Miller ersetzen, der als Nachfolger von Michael Blumenthal ins Schatzamt hinüberwechselt. Mit Volcker kommt endlich wieder ein erfahrener Währungspolitiker an die Spitze.

Der 51jährige Demokrat war als Unterstaatssekretär für Währungsfragen unter Nixon der Vollzugsbeamte des Dollar-Verfalls. Er exekutierte am 15. August 1971 die Loslösung des Dollars vom Gold und setzte Ende 1971 und im Februar 1973 die beiden Dollar-Abwertungen sowie die Freigabe des Dollarkurses in die Tat um. In dieser Zeit haben er und Karl Otto Pöhl, der künftige Bundesbankpräsident, eng zusammengearbeitet. Volcker war zuletzt Chef der Federal Reserve Bank von New York, des Flaggschiffs des US-Notenbanksystems. In dieser Eigenschaft hat er maßgeblich an der Dollarsanierung vom vergangenen November mitgewirkt.

Carter war also gut beraten – nein: Carter hatte eine Sternstunde, als er den Zwei-Meter-Mann berief. Volcker gehört zu jenen Kräften, die heute für eine konsequente Inflationsbekämpfung im Innern und für eine Verteidigung des Dollars nach außen eintreten. Er wird sich in der nächsten Dollarkrise, die schon langsam heraufzieht, als zuverlässige Stütze erweisen. R. H.