Autofahrer und Heizölkäufer schöpfen wieder Mut. In Rotterdam sinken die Preise und der Dollar tut’s ihnen gleich. Beides muß sich ja wohl bald in Deutschland auswirken. Schließlich waren es ja auch der starke Dollar und die Rotterdamer Spekulanten, die bei uns seit Monaten für steigende Preise sorgten – so erklärten das jedenfalls die Ölmultis. Ganz klar, jetzt müssen die Preise wieder sinken.

Weit gefehlt – die Preise bleiben oben. Denn die Multis haben das alles geahnt: Die Dollarschwache und auch die sinkenden Preise in Rotterdams Ölbasar. Nur deshalb, so erklärten sie noch auf den Stufen zum Kartellamt, nur deshalb hätten sie das Benzin nur fünf Pfennig teurer gemacht. Warum haben sie das damals nicht gleich gesagt?

Das werden sie sicher ebenso schlüssig erklären, wie Exxon-Chef Garvin die um dreißig Prozent gestiegenen Gewinne des größten Ölkonzerns der Welt erläutert. In den USA läßt Exxon, wie andere ölfirmen auch, verbreiten, die Gewinne kämen aus dem Ausland. In einem ZEIT-Gespräch beklagt Garvin aber, daß die deutsche Exxon-Dependance Esso AG seit 1974 keine Gewinne mehr macht. Die Esso AG ist da anderer Meinung als ihr Boß. In der Bilanz weist sie für 1978 einen Gewinn von 253 Millionen Mark aus. Und 1978 ist nach 1974. Wie erklärt Garvin das? chr