Bizarr

„Zombie“ von George A. Romero, der vor elf Jahren mit seinem extrem billig produzierten Horrorfilm „Die Nacht der lebenden Toten“ zum Kult-Regisseur avancierte. Auch seine jüngste Arbeit (Originaltitel: „Dawn of the Dead“) handelt von der Rebellion der Untoten, von blutrünstigen wandelnden Leichen, die in den letzten Tagen der Menschheit alles Leben vernichten. Eine kleine Gruppe von Überlebenden verschanzt sich in einem feudalen Kaufhaus in der Nähe von Pittsburgh (der Heimatstadt des Regisseurs). Und während die Menschen einem sinnlosen finalen Konsumrausch verfallen, vollzieht sich draußen das Ende der Welt. Offensichtlich wollte Romero im zweiten Teil seiner Zombie-Trilogie (im dritten sollen die Untoten endgültig die Macht übernehmen und sogar ins Weiße Haus einziehen) einen zivilisationskritischen Alptraum entwerfen, eine schwarze Satire über den amerikanischen Kapitalismus, der sich selber auffrißt. Und in der Tat gelingen ihm auch einige Sequenzen von gespenstischer Eindringlichkeit: die Hysterie der Ordnungsmächte, die nichts mehr zu ordnen haben, der zum brutalsten Faustrecht verkommene Pioniergeist der Überlebenden, die verzückte Besitzwut der Belagerten. Immer wieder merkt man, daß dies der Film eines intelligenten Regisseurs ist, aber auch der eines sehr skrupellosen: Mit plakativer Lust am Untergang veranstaltet Romero ein kaum noch erträgliches Kasperletheater mit Ekel-Effekten, wie man sie wohl noch nie im Kino gesehen hat. Wasserfälle von Blut schwappen über die Leinwand, überall türmen sich Leichenberge, aber vor lauter visuellen Schocks von ausgesuchter Scheußlichkeit verliert Romero sein eigentliches Thema aus den Augen.

Hans C. Blumenberg

Ärgerlich

„Nur drei kamen durch“ von Hank Milestone ist eines der merkwürdigsten Erzeugnisse dieses Kino-Sommers: eine Anthologie aller debilen Kriegsfilm-Klischees von „Zur Hölle und zurück“ (mit dem seligen Audie Murphy) bis zur „Brücke von Arnheim“. Männerfreundschaft im Stahlgewitter, attraktive Mademoiselles von der Résistance, todesmutige Piloten von der Royal Air Force, und was das militaristisch gesinnte Herz sonst noch begehrt. Die Hauptrollen in dieser italienisch-französischen Co-Produktion spielen immerhin George Hamilton, George Peppard, Horst Buchholz und Annie Duperey. HCB