DIE ZEIT

Blitzableiter Bonn

Zu den Lieblingskindern der Nation gehören sie gegenwärtig nicht, die großen Mineralölgesellschaften. Auf sie konzentriert sich der ganze Ärger geschröpfter Verbraucher über die hohen Preise für Heizöl und Benzin.

Hilfe für Flüchtlinge aus Vietnam

Vor einer Woche baten wir unsere Leser: Helft den Flüchtlingen. Marion Gräfin Dönhoff beschrieb das Flüchtlingsdrama in Indochina, erläuterte, warum die ZEIT – in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Senat und dem Deutschen Roten Kreuz – sich entschlossen hatte, 250 vietnamesiche Flüchtlinge nach Hamburg zu holen.

Worte der Woche

„Laut Artikel 5 des Grundgesetzes hat jeder das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern. Das ist – wenn es um die Presse geht – eine der nettesten Lügen, die im Grundgesetz stehen.

Terror-Anschläge in Spanien: Mit Bomben gegen die Autonomie

Als sich der silberhaarige, trotz lastender Sommerschwüle in korrektes Grau gekleidete Pierno Galvan endlich durch das Gewühl des Vorplatzes in die Halle der Bahnstation Atocha vorgearbeitet hat, entfährt ihm der Satz: „Jetzt ist eingetreten, was wir befürchtet haben.

Zeitspiegel

In der Theorie bewahren sozialistische Länder alle ihre Bürger vor Wirtschaftskrisen und Inflation. In der Praxis bewahren sie jetzt nur noch die Prominenz und – die Flitterwöchner.

Wolf gang Ebert: Die Verleugner

Wieder einmal stattete ich Dr. Spielvogel, dem bekannten Psychotherapeuten, einen Besuch ab, um mich nach seinem Befinden zu erkundigen.

Aussperrung: Hessen – ein Kuriosum

Zu Lebzeiten des ersten hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn, der einer der großen sozialdemokratischen Landesfürsten war, gebrauchten seine Freunde gern das Bonmot vom „verzinnten Rechtsstaat“.

Protest des Iran: Anmaßung

Es stand zu erwarten, daß der Regierungs-Muezzin des iranischen Revolutionsregimes, Sadegh Tabatabai, die Bundesrepublik schrill ins Gebet nehmen würde.

Der Äbhörfall Günter Wallralf: ,,Ein ganz normaler Vorgang“

Am 28. Juni erhielt der Kölner Schriftsteller Günter Wallraff einen Brief des Bundesinnenministeriums: Da Anfang 1974 „tatsächliche Anhaltspunkte“ zumindest für einen Verdacht des Hochverrats gesprochen hätten, sei sein Telephon in der Zeit zwischen dem 22.

Indien:: Alles offen

Der neue Regierungschef ist der Führer der nordindischen Bauernpartei, die im Frühjahr 1977 in der Janata-Koalition aufging und in einer Erdrutschwahl die damalige Premierministerin Indira Gandhi stürzte.

Portugal: Interimsregierung hat Chancen

Die personelle Besetzung entspricht dem Urteil der – vom Parlament noch zu bestätigenden – Regierungschefin : eine kompetente Mannschaft von Fachleuten vor einem schwierigen „Hundert-Tage-Marsch“ zu den vorgezogenen Neuwahlen im Oktober.

Italien: Letzter Versuch der Regierungsbildung

Bescheiden und doch anspruchsvoll genug (gemessen an Italiens Parteienstreit) empfiehlt sich Pandolfi für einen „Waffenstillstand“, eine „technische“ Pause, in der die politischen Lösungen der Probleme dadurch reifen sollen, daß man sie zunächst einmal liegen läßt.

BONNER BÜHNE: Ziemlicher Katzenjammer

Wahrscheinlich verstehen die Parteischatzmeister selber im nachhinein nicht mehr, warum sie eigentlich vor das Verfassungsgericht gezogen waren, um ihre Kassen aufzubessern.

Frankreich: Shahpur Bachtiar lebt

Braungebrannt, lächelnd und von Leibwächtern umgeben, stellte sich Bachtiar in einem Pariser Hotel der Presse. Der von einem iranischen Revolutionsgericht im Mai zum Tode verurteilte Politiker, der vor einigen Monaten die Abdankung des Schah erzwungen hatte, verweigerte jede Auskunft darüber, wo er sich vor den, Häschern der neuen Herren des Iran versteckt gehalten hatte.

Verfassungsklage: Vater sein dagegen sehr...

Seit dem 17. Juli dieses Jahres hat Ulrich H. Urlaub – genau gesagt: Mutterschaftsurlaub. Seine Tochter Hanna-Lena ist gerade zehn Wochen alt, und ihre Mutter, Gerda B.

Archäologie: Auf den Spuren der Wikinger: Ein Schiff wird ausgebuddelt

Endlich war es so weit: nach 14 Jahre langen, technisch und finanziell höchst aufwendigen Vorbereitungen kamen in der vergangenen Woche Teile des nicht nur unter Fachleuten berühmt gewordenen Haithabu-Schiffs ans Tageslicht, das hier im Haddebyer Noor, einem Teil der Schlei, vor etwa tausend Jahren unterging.

Das ist nicht mehr seriös

Mit sommerlicher Flaute allein ist nicht mehr zu erklären, daß die daheimgebliebenen Politiker aller Parteien sich nachgerade überbieten in ihrem Streben, den Wählern ihre Geschenke zur Wahl im Jahre 1980 schon jetzt ins Haus zu tragen.

Ende einer Boomfahrt

Weniger Aufträge für Neuwagen und Rückgang der Gebrauchtwagenpreise sind erste Anzeichen für den Beginn eines Abschwungs

Arbeitsmarkt: Zumutbar?

Die Entscheidung ist oft selbst dann nicht leicht, wenn es sich um das handelt, was wir uns selbst zumuten können oder wollen.

Neuer US-Zentralbankchef: Dollarstütze

Präsident Carter war gut beraten, als er Paul A. Volcker zum neuen Chef der US-Zentralbank machte. Er wird G. William Miller ersetzen, der als Nachfolger von Michael Blumenthal ins Schatzamt hinüberwechselt.

Meinungsverschiedenheiten bei der IG Metall: Pyrrhus-Sieg?

Selten hat die IG Metall so viel Lob einheimsen können wie in diesen Tagen: Politiker, Kommentatoren, selbst Arbeitgebervertreter zollten dem Vorstand Anerkennung für die Entscheidung, den Tarifvertrag über betriebliche Sonderzahlungen nicht zu kündigen.

BONNER KULISSE

Der rüde Ton, in dem Politiker aller Couleur miteinander umgehen, greift zunehmend auch auf andere sogenannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens über.

Benzinpreise: Einbahnstraße

Autofahrer und Heizölkäufer schöpfen wieder Mut. In Rotterdam sinken die Preise und der Dollar tut’s ihnen gleich. Beides muß sich ja wohl bald in Deutschland auswirken.

Beteiligungen: Brau-Löwe

Zur allgemeinen Verwunderung hat die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank aufgerechnet ihre attraktivste Brauerei-Beteiligung abgestoßen.

Und das meint Vetter

Wir haben uns wegen der Mitbestimmungsfrage vor etlichen Monaten auseinanderdividiert, deshalb stand dieser Punkt auch am Anfang unseres Gespräches.

Gespräche am Bankschalter: Investmentfonds horten Liquidität

Die deutschen Investmentfonds sind gut bei Kasse. Weil die Mehrzahl ihrer Manager noch nicht mit einer durchgreifenden Besserung am Aktienmarkt rechnet, halten die Aktienfonds einen hohen Prozentsatz ihrer Mittel entweder als Festgeld oder haben sie in festverzinslichen Papieren investiert.

Börsen-Report: Bank-Aktien holen auf

Die mehrere Monate lang vernachlässigten Bankaktien weisen seit einigen Tagen bessere Kurse auf. Auf diesem Sektor lassen sich recht massive Anlagekäufe beobachten, die keineswegs allein auf ausländische Rechnung gehen.

Bauwirtschaft: Die Furcht im Nacken

Der Zeitpunkt scheint völlig verfehlt Da melden die Bau-Statistiker übervolle Auftragsbücher und zweistellige Zuwachsraten bei den Auftragseingängen, aber fast zur gleichen Zeit sieht Albrecht Schumann „dunkle Wolken“ den Himmel über der deutschen Bauwirtschaft verfinstern und beklagt spürbar eingetrübte Aussichten.

Wir brauchen Gewinne

v. Bennigsen: Wir sind ausgegangen vom für das Jahr 2000 zu erwartenden Energiebedarf und haben uns überlegt, wie er angesichts einer zunehmenden Ölknappheit gedeckt werden könnte.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Nebel lichten sich weiter. Nachdem die Namen der beiden Männer bekannt geworden waren, die von 1980 an als Präsident und Vizepräsident an der Spitze der Bundesbank stehen werden – Karl Otto Pöhl und Helmut Schlesinger –, verdichtet sich nun die Wahrscheinlichkeit zur Sicherheit, daß der „Mann aus dem Sparkassenlager“, der als Nachfolger Heinrich Irmlers in das Direktorium der Bundesbank einrücken wird, Ernst-Otto Sandvoß heißt.

DEVISEN-SELLER

Am Devisenmarkt hat sich in den letzten Wochen so einiges getan: Rasante Kurssteigerungen des englischen Pfundes und ein empfindlicher Schwächeanfall des amerikanischen Dollar kennzeichneten das Geschehen.

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