Daß der Ayatollah Chomeini, der religiöse und weltliche Führer der Perser, die Musik verboten hat, schlechthin alle Musik, gehört zu den Ereignissen, die in jeder Zeitung erwähnt wurden. Zur Begründung führte er ein Bonmot an, das nur zum Teil auf seinem eigenen Mist gewachsen ist. Der heilige Mann verwendete einen vorfabrizierten Satz aus hochheiliger kommunistischer Philosophie, entfernte daraus das Wort „Religion“ und erhielt auf diese Weise den Spruch: „Musik ist Opium fürs Volk.“ Diese Formulierung hat weltweit Verblüffung ausgelöst, und es blieb nicht aus, daß Chomeini mit Hitler verglichen wurde.

Falsch, ganz falsch! Hitler hat nicht nur Werke jüdischer Komponisten verboten, sondern auch alle zeitgenössische Musik, die er nicht verstand und die er daher „entartet“ nannte. Seine Gefühle hat Friedrich Kayssler beschrieben, indem er sich in den Untermieter versetzte, der eine Stube in der Wohnung eines Pianisten innehat.

„Falls ich das, was,

wenn du über deine Tasten hastest,

auf mir lastet, faßte!

Oh, wie ich dann das, was,

wenn du so auf deinem Kasten lastest,