„Ich will als Kind Kind sein“, von Elisabeth Alexander. „Jahr des Kindes“? Ohne auf dieses Jahr zu schielen, ohne ein einzelnes Kinderschicksal zum Träger einer wohlfeilen Idee zu präparieren, hat Elisabeth Alexander 36 Geschichten publiziert, die von kleinen und großen Kindern erzählen – von Kindern dieser Tage, in deren Sprache. Die Misere und das kleine Glück, der Phantasierest, die Traumfigur, die Entfernungen zwischen Kindern, Eltern, Lehrern – all das kommt zur Sprache. Diesen Geschichten ist zu wünschen, daß sie gelesen werden von Kindern, von Erwachsenen, von Erwachsenen für Kinder. Das sind keine Gute-Nacht-Geschichten, die nach dem „Kindchenschema“ funktionieren, auch wenn zwischen den Zeilen die Trostmöglichkeiten auftauchen. „Ich hasse meine Puppe. Weil sie schön ist. Weil sie keine Schläge bekommt. Weil... sie nicht essen muß: Weit sie sich nicht schmutzig macht.“ So beginnt eine der Geschichten; der Titel: „Liebe mich, Mutter“. („Kaktus – Nr. 7/1978 – Zeitschrift für Literatur“, herausgegeben von Elmar Wilms; Kaktus Verlag, Münster, 1978; 129 S., 8,– DM.) Rainer R. Müller