Amsterdam-Schiphol ist gut, London-Heathrow noch ganz nett, Frankfurt/Rhein-Main ist furchtbar

Einige tun’s aus Vergnügen, andere können von Berufs wegen nicht anders: Sie fliegen. Da die Luftfahrtgesellschaften ihre nicht besetzten Plätze verschleudern, wird es in den Maschinen auch für diejenigen, die voll bezahlt haben, immer enger. Trotzdem: Fliegen ist schön. Denn dann hat man das Unschöne hinter sich.

Das Unschöne sind die Flughäfen, Eisenbahnwartesäle sind noch dreckiger, aber gemütlicher. Flughäfen haben keinen Ruf zu verlieren, und wenn schon, es schadet ihnen nicht. Mancher gäbe viel darum, wenn er wenigstens Kennedy-New York, Heathrow-London und Frankfurt-Rhein-Main vermeiden könnte. Er kann nicht.

Heathrow ist noch ganz nett, ehe man hinter die Sperre kommt. Dort wird’s anstrengend für Transit-Passagiere, die von einer anderen Luftlinie auf British Air umsteigen wollen oder umgekehrt. Sie müssen den „Terminal“ wechseln. Bei dem Versuch, etwa einen Kilometer Distanz durch verwirrendes Flugplatzgelände zu überbrücken, wird dem Unkundigen wenig geholfen. Nur New York ist noch schlimmer. Dort ist ein anderer Flughof, wenn wir die Terminals einmal so nennen wollen, oft nur mit Taxi erreichbar, weil der langweilige Shuttle-Bus wieder nicht kommt. Aber wagen Sie es nur ja nicht, ein Taxi am Stand zu einer Fahrt innerhalb des Flughafens aufzufordern.

Taxis sind ein wichtiger Bestandteil jedes Flughafens. Am wenigsten integriert sind sie in Berlin-Tegel. An einem schlechten Tag kann der Unschuldige dort stundenlang warten, weil ihm die wenigen Wagen von weit vorauseilenden Kundigen vor der Nase weggeschnappt werden. Sie kommen gar nicht erst bis zur Abfahrtsrampe, wo er diszipliniert, geduldig wartet. Und zu wenige sind es deswegen, weil die Flughafen-Planer von Tegel nicht berücksichtigt haben, daß, anders als in anderen Städten, die Fahrt vom Flughafen zur City in Berlin keine lange, also keine „gute“ Tour ist, keine jedenfalls, die dem Taxifahrer seinen Verdienstausfall, durch die langen Wartezeiten, lohnen würde.

Bedrängte Enge, schlechte Luft

Zurück nach London. Da dort mancher Weg lang ist und die Abfertigung schwierig, haben sich die Luftfahrtgesellschaften Unarten angewöhnt. Zum Beispiel die, daß sie gleich ihren ersten Start-Aufruf „last und final call“ nennen. Das tun sie anderswo auch. Spezifisch Heathrow ist die gedrängte Enge und die schlechte Luft in der Abflughalle. Statt nun die Passagiere so lange wie möglich draußen warten zu lassen, wo es Luft gibt und Platz, ruft man sie, „last und final call“, viel zu früh in diese Abflughalle. Ich habe dort schon viele Stunden zugebracht. Die Halle, nein, das ruft einen falschen Eindruck von Geräumigkeit hervor, diese Mischung aus Verlies, Supermarkt und schäbigem Polstersalon gleicht oft einem Flüchtlingslager. Ganze Sippen aller Hautfarben picknicken und nächtigen da.