Die Nebel lichten sich weiter. Nachdem die Namen der beiden Männer bekannt geworden waren, die von 1980 an als Präsident und Vizepräsident an der Spitze der Bundesbank stehen werden – Karl Otto Pöhl und Helmut Schlesinger –, verdichtet sich nun die Wahrscheinlichkeit zur Sicherheit, daß der „Mann aus dem Sparkassenlager“, der als Nachfolger Heinrich Irmlers in das Direktorium der Bundesbank einrücken wird, Ernst-Otto Sandvoß heißt.

Der 44jährige Sandvoß, bisher Vorstandsvorsitzender der Deutschen Girozentrale, stellt aber eine Bedingung. Er will nur dann in das Gremium eintreten, wenn er Irmlers Kapitalmarkt-Dezernat bekommt. Das aber will Claus Köhler haben, der im Direktorium bis jetzt dem Kredit-Dezernat vorsteht, aber Irmler stets vertreten hat. Pöhl ist als künftiger Chef in seiner ersten Zwickmühle: Er schätzt Köhler sehr und hat ein hervorragendes Verhältnis zu ihm, möchte das Irmlersche Dezernat aber gern Sandvoß geben.

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Größere Probleme als ursprünglich erwartet, hat Europas größter Getreidehändler, Alfred C. Toepfer, mit dem Verkauf einer Hälfte seiner Firmengruppe an vier ausländische und eine deutsche Genossenschaft. Die neuen Partner, darunter zwei US-Unternehmen, und der 85jährige Toepfer sind sich auch acht Monate nach der Ankündigung des großen Deals immer noch nicht über die konkreten Details einig.

Um die Steuerbelastung möglichst gering zu halten, wird nämlich erwogen, die neuen Partner nicht direkt an der Hamburger Firmengruppe zu beteiligen, sondern über eine gemeinsam zu gründende Briefkastenfirma auf einer überseeischen Steuerparadiesinsel. Da so jedoch die Toepfer-Hälfte formal an einen einzigen Erwerber gehen und damit die Eingreifgrenze des Kartellamts von 25 Prozent überschritten würde, droht das Geschäft am Verbot der Berliner Wettbewerbshüter zu scheitern.

Toepfer, der in den letzten beiden Geschäftsjahren zusammen 65 Millionen Mark Verluste erlitt, teilte zwar kürzlich mit, daß „der endgültige Vertrag mit den Genossenschaften am 9. Juni unterzeichnet worden ist“, ließ jedoch später die alljährliche Bilanz-Pressekonferenz überraschend ausfallen. Begründung: Es sei mit den neuen Partnern vereinbart, „während der laufenden Verhandlungen keine Mitteilungen an die Presse zu geben“.