Die zwei dunkelhäutigen Männer überraschten mich bei der Gartenarbeit. Abwartend blieben sie vor dem Zaun stehen und sahen mich an. Vielleicht hatten sie sich im Weg geirrt?

Etwas zögernd ging ich näher. Sie lachten mich aufmunternd an und begannen in abgehacktem Englisch auf mich einzureden. Ihr Englisch war nicht besser als meines, dennoch entging mir das Wort „Photo“ nicht.

Ein Photo von mir? Wieso denn das? Sie kannten mich doch gar nicht. – Doch, sie hätten gern ein Bild, erklärten die Fremden, um Bekannten daheim zu zeigen, wie Deutsche aussehen. Auch die Häuser, in denen man hier, wohne, wollten sie zeigen – alles hier sei ja so interessant und so anders als bei ihnen in Afrika.

Während der eine mir sein Anliegen mühsam auseinandersetzte, photographierte der andere Haus und Garten von allen Seiten. Wieder baten sie, ein Photo von mir machen zu dürfen. Halb einverstanden wandte ich ein, ich müsse erst die Gartenklamotten ausziehen, sonst würden die Leute in ihrer Heimat ja denken, Deutsche hätten schmutzige, alte Kleider an. Als ich mich anschickte, ins Haus zu gehen, fragten sie mich, ob sie nicht vielleicht mitkommen dürften, sie würden gern einmal ein deutsches Haus von innen sehen.

Also gut, ungastlich gegenüber Fremden wollte ich ja nun auch nicht sein. Kaum im Haus angekommen, kannte ihre Begeisterung keine Grenzen. Das Haus gehörte ihnen. Unaufgefordert zogen sie von Zimmer zu Zimmer, überall flammte Blitzlicht auf. Im Wohnzimmer warteten sie, bis ich umgezogen war. Ich setzte mich in Positur und ertrug mit verkrampftem Lächeln das erlösende „Klick“.

Die beiden waren mir inzwischen gar nicht mehr so unsympathisch. Ich Um vor Freunden daheim mit einem Dia-Abend brillieren zu können, nehmen Urlauber so etwas wie Taktgefühl gar nicht erst mit ins Reisegepäck. Unhöfliche bis aufdringliche Photojäger hat unsere Leserin Gerd Wöhe in exotischen Ländern oft beobachtet. An diese (und deren Opfer) ist ihr Beitrag gerichtet.

machte Kaffee und holte den restlichen Sonntagskuchen. Als ich sie bat zuzugreifen, herrschte peinliches Schweigen. Schließlich gaben sie mir zu verstehen, sie würden lieber nichts bei mir essen – von unserem Essen könnte ihnen womöglich schlecht werden – und zu trinken hätten sie ohnedies etwas dabei, ich solle nur nicht böse sein. Bei diesen Worten zogen sie zwei Kalebassen aus einem Ledersack und tranken.