In einem Interview mit der DGB-Wochenzeitung „Welt der Arbeit“ sagte der DGB-Vorsitzende Heinz Oskar Vetter über das Spitzengespräch:

Kollege Vetter, hast Du bei diesem ersten Kontakt nach langer Zeit ausloten können, wie es die Arbeitgeber künftig mit der Mitbestimmung halten wollen?

Wir haben uns wegen der Mitbestimmungsfrage vor etlichen Monaten auseinanderdividiert, deshalb stand dieser Punkt auch am Anfang unseres Gespräches. Beide Seiten wollen vor dem Hintergrund des Mitbestimmungs- und Gesellschaftsrechts und der Entscheidung vom Bundverfassungsgericht vom 1. März die loyale und kooperative Anwendung des Mitbestimmungsgesetzes von 1976. Beide Seiten werden in einem Gesprächskreis Erfahrungen austauschen. Unbeschadet der Selbständigkeit der Unternehmen ist es wichtig, praktische Handhabungen für die Anwendung der Mitbestimmung zu geben.

Die Sorge sicher beider Seiten gehört der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Hast Du auch darüber mit den Arbeitgebern gesprochen?

Wir haben praktisch über alles gesprochen, was beide Seiten bewegt. Die Erhaltung der Konjunktur und der Frieden in der Wirtschaft sind zu bedeutsam, daß kurzfristig dazu Lösungen gefunden werden können. Wir werden darüber am 26. September weitersprechen. Auf jeden Fall wird sich eine Arbeitsgruppe der beiden Organisationen vorrangig um arbeitsmarktpolitische Lösungsvorschläge zum Abbau der Arbeitslosigkeit – insbesondere unter den Problemgruppen wie zum Beispiel jugendlichen Arbeitslosen – bemühen. Im Zusammenhang mit der Beschäftigungspolitik soll dabei auch die Auswirkung neuer Technologie geprüft werden.

Standen die Aussperrung oder der Tabukatalog zur Debatte?

Wir sollten nicht die Schmiedehämmer hervorholen, die man in der Zwischenzeit hat aneinanderklingen lassen. Wir sollten auch nicht mit den schwierigsten Dingen beginnen. Es kommt darauf an, eine tragfähige Basis zu finden. Wir werden dann souverän genug sein, auch diese Fragen zu besprechen.