• Herr v. Bennigsen, Sie haben die Öffentlichkeit jüngst mit einer großen Zahl geschockt. 300 bis 400 Milliarden Mark müssen Ihrer Meinung nach bis zur Jahrtausendwende ausgegeben werden, um die deutsche Energieversorgung zu sichern. Wie kommen Sie zu dieser Summe?

v. Bennigsen: Wir sind ausgegangen vom für das Jahr 2000 zu erwartenden Energiebedarf und haben uns überlegt, wie er angesichts einer zunehmenden Ölknappheit gedeckt werden könnte. Dabei sind wir zu dem Ergebnis gekommen, daß allein für die Stromversorgung etwa 200 Milliarden Mark ausgegeben werden müssen, davon je ein Drittel für den Ausbau der Leitungsnetze, für Kernkraftwerke und für Steinkohlenkraftwerke.

  • Das sind dann für die vor uns liegenden zwanzig Jahre jährlich zehn Milliarden Mark – eigentlich gar nicht so viel, denn in dieser Größenordnung haben die Elektrizitätswerke auch in der Vergangenheit investiert.

v. Benningsen: Sie haben völlig recht. Mir kam es ja auch nicht darauf an, die Öffentlichkeit zu schocken. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, daß die Energie nicht von selbst ins Haus kommt, sondern daß wir dafür etwas tun müssen. Und ich kann nur hoffen, daß wir dies auch tun dürfen, daß uns nicht ein übertriebenes Umweltschutzdenken einen Strich durch die Rechnung macht.

  • Mit den 200 Milliarden Mark für die Stromerzeugung haben Sie den dicksten Brocken der Energierechnung schon genannt – wo liegen weitere Schwerpunkte?

v. Bennigsen: Mit einem Investitionsbedarf von 50 Milliarden Mark rechnet allein die deutsche Gaswirtschaft. Und wenn wir davon ausgehen, daß irgendwann einmal fünf Millionen Haushalte mit Wärmepumpen ausgerüstet sein werden, dann kostet das weitere 50 Milliarden Mark. 30 Milliarden Mark wird es kosten, die deutsche Öl- und Gasförderung auf ihrem gegenwärtigen Stand zu halten, mit 20 Milliarden Mark rechnen wir für die Deminex, die weltweit nach Öl zur Sicherung der deutschen Versorgung bohrt.

  • Das sind schon 350 Milliarden Mark. Ist Ihre Liste damit erschöpft, oder geht es noch weiter?