„Warum kann man nicht einen Teil des wachsenden Sozialprodukts in Richtung auf eine Verbesserung der Umwelt lenken?“ fragte sich dieser Tage ein Bonner Politiker in der „Bonner Rundschau“. Hätte man dieses Zitat einer Rätselrunde präsentiert, die meisten hätten dann wohl auf den SPD-Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg, Erhard Eppler, getippt.

Daß ausgerechnet der neue Bundespräsident Karl Carstens, bester konservativer Herkunft, den Wachstumsfetischismus in der Bundesrepublik so in Frage stellt, ist schon ungewöhnlich.

Und weiter fragte sich der Bundespräsident: „Warum sollte nicht das wirtschaftliche Wachstum so gestaltet sein, daß es nicht zu einer Schädigung, sondern sogar zu einer Verbesserung der Umweltbedingungen führt?“ Das klingt fast so wie das Schlagwort, das erstmals im linken Lager aufgetaucht war: Qualität statt Quantität des Wachstums.

Das meint Carstens wohl auch so, denn in seinem Interview führt er weiter aus: „Die vorbehaltlose Forderung nach mehr Wachstum, sozusagen um des Wachstums willen, ist immer problematischer geworden. Das gilt auch für die Tendenz zu immer gewaltigeren Größenordnungen. Denken, wir doch beispielsweise nur daran, daß demnächst vielleicht Tanker mit noch weit mehr als 500 000 Tonnen über die Weltmeere fahren.“

Frühe „Häutungen“ eines neuen Präsidenten? Es sieht ganz danach aus.

Reisen bildet. Und wie man an der Reisefieudigkeit des Bonner Außenministers Hans-Dietrich Genscher ablesen kann, ist dieser besonders bildungshungrig. Sein Wunder, daß sich auch untergeordnete Außenamtsbedienstete gern bilden.

Um etwa den Mietpreisspiegel in New York zu ermitteln, genügt nicht etwa die Einschaltung besonders vertrauenswürdiger Beamter an der deutschen Vertretung in .New York. Nein, dafür muß eine besondere Mietkommission nach den USA entsandt werden. Nur die kam auf Kosten der Steuerzahler feststellen, ob das New Yorker Personal mit den vorgesehenen Mietzuschüssen noch auskommt, um die rapide gestiegenen Mieten zu bezahlen.