Enttäuschend

„Elvis“ von John Carpenter, eine Arbeit des Regisseurs von „Assault – Anschlag bei Nacht“ und „Halloween“ für das amerikanische Fernsehen. Carpenters eigenwilliger, bei der deutschen Kritik umstrittener Stil ist in diesem Routine-Produkt nur in wenigen Sequenzen auszumachen. Ansonsten wird die Biographie von Elvis Presley brav und vorsichtig nacherzählt, wobei die späten, tragischen Jahre völlig ausgespart bleiben. Für Elvis-Fans ist der Film vermutlich dennoch sehenswert: wegen der Musik und wegen des phantastischen Presley-Darstellers Kurt Russell, der die Manierismen des Idols mit einer geradezu gespenstischen Perfektion zelebriert

Hans C. Blumenberg

Mittelmäßig

„Sechs Männer aus Stahl“ von Steve Carver. Ein Profi stellt für einen schwierigen Job ein Team ausgesuchter Spezialisten zusammen. Ein bewährtes Genremuster, das diesmal im ungewohnten Milieu spielt: nicht Westerner wollen eine Bande Gesetzloser erledigen („Die glorreichen Sieben“) oder Gangster ein Spielcasino ausrauben („Sieben Diebe“), sondern Stahlwerker neun Etagen eines Wolkenkratzers in nur drei Wochen fristgemäß hochziehen, damit die Bank nicht die Kredite sperrt. Steve Carver, der sein Handwerk bei Roger Corman lernte („Capone“, 1975), benutzt die Arbeitswelt allerdings nur als Aufhänger für gängige Action. Sozialprobleme (Arbeitsschutzgesetze und Gewerkschaftsauflagen, Korruptionsaffären und Sabotageakte, Streiks und Zeitvorschriften) werden von rüder Männlichkeit unternehmerfreundlich zurechtgebogen. Das einzig Vergnügliche an diesen gesammelten Klischees: wie die Stars (Lee Majors, Jennifer O’Neill, George Kennedy, Art Carney, Harris Yulin) von den stahlharten Sechs (Nebendarsteller allesamt) lässig an die Hochhauswand gespielt werden.

Helmut W. Banz

Empfehlenswerte Filme

„Halloween – Die Nacht des Grauens“ von John Carpenter. „Die Ehe der Maria Braun“ von Rainer Werner Fassbinder. „Woyzeck“ von Werner Herzog. „Ein komischer Heiliger“ von Klaus Lemke. „In der Glut des Südens“ von Terrence Malick. „Die Herde“ von Zegi Ökten. Armee der Liebenden“ und „Tally Brown, New York“ von Rosa von Praunheim, „Du wirst noch an mich denken“ von Alan Rudolph. „Die Blechtrommel“ von Volker Schlöndorff. „Die Ab. fahret“ von Adolf Winkelmann.