Vier Monate nach dem Sturz Idi Amins ist ein zweiter Diktator in Afrika gekippt worden: Francisco Madas Nguema (57), seit elf Jahren Staatschef von Äquatorial-Guinea, sitzt in Haft.

Neuer starker Mann in der Hauptstadt Malabo ist der Oberstleutnant Teodoro Obiang Nguema (33). Obiang war einer der engsten Berater von Macias, diente früher als Verteidigungsminister und gilt als prowestlich. Macias hatte stärkere Bindungen zum Ostblock entwickelt.

Der unblutige Putsch in der früheren spanischen Kolonie hat eines der repressivsten Regime des Kontinents beseitigt. Macias regierte Guinea seit dem Unabhängigkeitsjahr 1968. Seine Herrschaft verursachte einen wahren Exodus: In den Nachbarländern Gabun und Kamerun leben mindestens 100 000 Flüchtlinge – ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Die Wirtschaft des kleinen Staates von der Größe Nordrhein-Westfalens zerrüttete unter Macias völlig. Die Kakao- und Kaffee-Ernte fiel zurück, die Versorgung mit Lebensmitteln wurde immer kritischer. Viele tausend Plantagen-Arbeiter lebten unter sklavenähnlichen Bedingungen.

Der Sturz von Macias, der zwei erfolglose Putschversuche überstand, wurde von den zahlreichen Exilgruppen mit Jubel aufgenommen. Ob indes der neue Präsident Obiang die in viele Parteien zersplitterte Opposition einen und zu einer Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse im Land beitragen kann, bleibt vorerst noch abzuwarten. Eine prowestliche Orientierung, die Obiang noch dazu einer Ausbildung an einer militärischen Militärakademie verdankt, genügt dafür sicherlich nicht. U. V.