Warum nicht mal Marmorstaub schnuppern? Keine fünfzehn Kilometer von Marina di Carrara, dem kleinen Hafen an der italienischen Mittelmeerküste, entfernt, leuchten die berühmten Marmorberge von Carrara weißgelblich gegen den blauen Himmel. Nur hier konnten die kostbaren Berge der Toskana entstehen, das zurückweichende Meer hat die Muschelkalkformationen zurückgelassen.

In der Zeit, als Michelangelo hier arbeitete, wurden die Marmorblöcke aus den Brüchen mit der Hand geschlagen, auf abenteuerliche Weise mit Holzrollen ins Tal geschafft und dann mit Ochsenkarren zum Hafen gebracht. Bei größeren Quadern dauerte der Transport mehrere Tage. Heute liegen wuchtige Marmorreste verstreut umher, die durch die Sprengungen vom Berg herabgerollt sind. Die glatten Wände werden mit Metallseilen geschnitten, von morgens bis abends dröhnen die Motoren, karren schwere Lastwagen heran.

Doch auch in unseren Tagen kann man die Arbeiter, wie Ameisen klein, in den Bergen beobachten und Künstlern aus aller Welt begegnen, die in Zusammenarbeit mit einem guten „Marmisti“ vor Ort die schönsten Steine auswählen.

R. M.