DIE ZEIT

Scharmützel

Noch am Sonntagmorgen plakatierte die Kabul Times in fetter, großer Überschrift ein Zitat von Premierminister Hafizullah Amin, dem starken Mann des Regimes: „Wir haben die Lage völlig unter Kontrolle.

Quarantäne

Hans Maier, liberal-konservativer Kultusminister des Freistaates Bayern, sorgt sich seit langem um das Seelenheil der Landeskinder.

Auftrieb für Arafat

Zwischen Amerika und Israel ist ein Graben aufgebrochen, der tiefste seit vielen Jahren: Außenminister Mosche Dayan klagt Washington an, "eine Wende der Nahostpolitik zum Nachteil Israels" einzuleiten – des Öls zuliebe.

Abschied vom Gigantisumus

Diese Szene hat wohl jeder schon einmal gesehen: Der jeweils amtierende Bundesverkehrsminister eröffnet, mit der Schere in der Hand und inmitten eines frohgemuten Publikums, eine neue Autobahn.

Amerikas First Lady: Die Frau an Jimmys Seite

Während einem der kleinen Dinners im Weißen Haus, bei denen sich Jimmy Carter von seinen Gästen über die Probleme der Nation informieren lassen wollte, erlebten die Geladenen kürzlich eine engagiert diskutierende Mrs.

Zeitspiegel

Zwar sind die seit jeher an Fremde gewöhnten Bonner nachsichtig, aber manchmal gehen ihnen die Park- und Fahrsünden der von Immunität geschützten Diplomaten doch an die Nerven.

Salt II-Debatte: Ein Test der Nerven

Jimmy Carter kann um wenigsten eine Bürde erleichtert in die Sommerpause gehen. Entgegen seinen Befürchtungen wurde der Salt II-Vertrag auf dem Kapitolhügel nicht zerfleddert, sondern mit Vorsicht durchforstet.

Bilanz einer US-Reise: Die Krise in Amerika

Wer während der letzten zwanzig Jahre regelmäßig Amerika besucht hat, ist immer wieder beeindruckt, wie sehr das Land und seine Bewohner sich in den siebziger Jahren verändert haben.

Rhodesien-Kompromiß: Die böse Sieben

Das hundertmal totgesagte Commonwealth lebt, es hat wieder eine Krise, die es drohend vor sich sah, hinter sich. Zumindest ist sie in neun wohlgesetzten Punkten bewältigt worden, nun mögen die Konsuln zusehen.

Wolf gang Ebert: Strandkorbfetzen

„Aber wie können Sie denn einen Todenhöfer ernst nehmen, wenn er sich für die US-Eingreiftruppen auf den Ölfeldern im Nahen Osten stark macht.

Italien: Wundermann aus Sardinien?

Ein Christdemokrat und doch keine der ewigen politischen Stehauffiguren des römischen Karussells; ein Mann, der sich – damals Innenminister – im Frühjahr 1978 selbst für „politisch tot“ erklärte, weil er die Entführung und Ermordung Aldo Moros nicht hatte verhindern können; der einzige Minister Italiens, der aus eigenem Antrieb und ehrenhaften Gründen sein Amt niederlegte – das ist Francesco Cossiga, dem es nun nach sieben Monaten Dauerkrise und zwei Monate nach den Wahlen gelungen ist, Italien wieder eine Regierung zu geben.

Frankreich: Politik mit Ölgeruch

Die französische Diplomatie, in den letzten Monaten vorwiegend mit Europa beschäftigt, hat sich in diesem Sommer einen neuen Horizont gesteckt: den Nahen Osten.

Spanien: Mehr Autonomie

Nach zweiwöchigen harten Verhandlungen haben sich die katalanischen Parteien und die spanische Regierung auf ein Autonomiestatut für Katalonien geeinigt.

BONNER BÜHNE: „Die pragmatischen Wege“

Dieser Kandidat erscheint im Selbstporträt vor allem als pragmatisch wie – sagen wir wie Schmidt. Gegenüber dem Osten empfiehlt er „pragmatische Verhaltensweisen“, im Gespräch mit Ungarns Janosch Kadar hat sich gezeigt, daß man auf dem Straußschen, dem „pragmatischen Wege“, sich gegenseitig viel besser verstehen und viel ehrlicher behandeln könne als auf dem Wege „plumper Annäherungsversuche oder einfacher Schmeicheleien“.

Sahara: Erfolg für Polisario

Die überraschend schnelle Einigung zwischen Mauretanien und der Polisario über einen Friedensvertrag im Saharakonflikt und dessen Unterzeichnung in Algier hat im Maghreb die Angst vor dem Ausbruch eines offenen Krieges zwischen Marokko und Algerien verstärkt.

Er war unverwechselbar

Das Staatsoberhaupt and der Parlamentspräsident, der Bundeskanzler und viele andere aus der ersten politischen Reihe bei der Beerdigung: das sagt mehr als alle Nachrufe, so betroffen sie auch waren.

Bolivien:: Wieder zivil

Bei den Präsidentschafts wählen am 1. Juli hatten sowohl der konservative dreimalige Ex-Präsident Victor Paz Estenssoro wie sein halblinker Gegenspieler Hernan Siles Suazo die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt.

Iran: Sieg der Ajatollahs

Nach Bekanntwerden der ersten Teilergebnisse zeichnet sich wie erwartet ab, daß vor allem die Ajatollahs und die Inhaber niederer Ränge der schiitischen Geistlichkeit die Sitze der Expertenkommission einnehmen werden, die den Verfassungsentwurf für die islamische Republik Iran überprüfen soll.

Prowestlich?

Der fehlgeschlagene Putschversuch gegen den irakischen Staatschef am 22. Juli ist nach einer in einer ägyptischen Zeitung veröffentlichten Erklärung von einem der Verschwörer, dem früheren Generalsekretär der Baath-Partei, Abdel Hussein al Maschadi, von Syrien finanziert worden.

Gescheitert

Neuer starker Mann in der Hauptstadt Malabo ist der Oberstleutnant Teodoro Obiang Nguema (33). Obiang war einer der engsten Berater von Macias, diente früher als Verteidigungsminister und gilt als prowestlich.

Experten in Studio 1

Im Studio 1 des Südwestfunks Baden-Baden diskutierten während einer Gemeinschaftsveranstaltung von Südwest 3 und ZEIT fünfzig betroffene Jugendliche, Vertreter von Jugendorganisationen und Experten aus allen politischen Richtungen, aus Wissenschaft und Verbänden über Situation und Bewußtseinslage der heute 15- bis 25jährigen in der Bundesrepublik.

Kirchenbesetzung: Verweis für zehn Pastoren

Carl Malsch, Senior der Evangelisch-Lutherischen Kirche und Hauptpastor in St. Petri, hatte damals zu den Besetzern seiner Kirche im Zentrum Hamburgs gesagt: „Es ist kein Unglück, daß Sie hier sind; aber es ist auch kein Glück.

Lokaltermin: Schau höher ins Land

Wie wichtig die Aufgaben eines Petitionsausschusses in Baden-Württemberg sind, kann man daran erkennen, daß sich der Ausschuß des Stuttgarter Landtags vor wenigen Tagen an höchster Stelle der Freiburger Gemarkung, nämlich auf dem Schauinsland traf.

Wilhelm, Grewe:: Ein Mann von Statur

Wilhelm Grewe, von Hause aus Völkerrechtler und Rechtsprofessor, war einer der bedeutendsten deutschen Nachkriegsdiplomaten – während der fünfziger Jahre im Auswärtigen Amt als einflußreicher Mitgestalter der Außenpolitik Konrad Adenauers, danach achtzehn Jahre lang als einer der großen Bonner Botschafter: in Washington, bei der Nato und in Tokio.

Unternehmer, hört die Signale

Wer da sagt, Heinz Oskar Vetter habe einen Hilferuf losgelassen, der macht sich die Sache zu leicht. Natürlich hat der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) darum geworben, die Arbeitnehmerorganisation in dieser schwierigen Situation nicht im Stich zu lassen.

Rauf oder runter?

Die Konjunkturpropheten bieten derzeit für jeden Geschmack etwas. Die Rezession kommt, sagen die einen. Der Aufschwung setzt sich fort, sagen die anderen.

Kohlepfennig: Jacke wie Hose?

Der Kohlepfennig, einst erfunden, um von der Elektrizitätswirtschaft finanzielle Unbilden fernzuhalten, hat eigentlich ausgedient.

IG Metall: Kleinkariert

Man muß auch einmal über seinen Schatten springen. Der IG Metall jedenfalls würde ein solcher Sprung gut zu Gesicht stehen, wenn sie demnächst über die Wiederaufnahme der oppositionellen Gruppe im Betriebsrat von Daimler-Benz in Untertürkheim entscheiden muß.

BONNER KULISSE

„Warum kann man nicht einen Teil des wachsenden Sozialprodukts in Richtung auf eine Verbesserung der Umwelt lenken?“ fragte sich dieser Tage ein Bonner Politiker in der „Bonner Rundschau“.

Veba-Aktionäre: Nicht müde

Zum vierzigstenmal hat die Veba in vier Städten regionale Aktionärsversammlungen abgehalten. Knapp 6000 Besucher füllten diesmal die Säle – ein erstaunliches Ergebnis.

Die Ghorfa will mitreden

Der Eintrag 20 VR 4116 im Vereinsregister des Bonner Amtsgerichts verspricht der deutschen Wirtschaft noch manchen Ärger. Unter dieser Nummer ist die „Arabisch-Deutsche Vereinigung für Handel und Industrie e.

Tote Zeugen reden nicht

New Yorker Stadtpolizei und FBI, die Sindonas Verschwinden bis Dienstag dieser Woche verschwiegen, verfolgen nach einem anonymen Telefonanruf.

Welthandel: Patt im Gatt

Sie wollten eine Kathedrale bauen – aber es wurde nur eine Kapelle. Dieses Urteil, das heute im Genfer Hauptquartier des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (Gatt) über den Agrarteil der jüngsten Verhandlungen zum Abbau von Zöllen und zollfremden Handelshemmnissen die Runde macht, gilt mit gewissen Einschränkungen auch für das ganze Werk.

Kernenergie: Angst vor der Lücke

Die „Zufälligkeit“ der Ereignisse ist verblüffend: Vizekanzler und Finanzminister Hannes Androsch klassifizierte die Stillegung des Atomkraftwerkes in Zwentendorf als „ökonomischen Wahnsinn“, und auch der energiepolitische Sprecher der regierenden Sozialistischen Partei Österreichs (SPD), Nationalrat Kurt Heindl, bekennt, daß man über die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf wieder eine „ernsthafte Diskussion“ führen müsse.

Schweiz: Ärger mit dem Index

Ins Rollen brachte den Stein kein geringerer als Fritz Leutwiler, Präsident der Notenbank Helvetiens und von Amts wegen stets um die Geldwertstabilität besorgt.

Sinnvoll und notwendig

Hauff: Bereits seit 1972 fördert das Bundesforschungsministerium Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Kraftfahrzeugtechnologie.

Erdgasgeschäft: Keine Angst vor dem Scheitern

Deutschlands größtes Gasversorgungsunternehmen, die Essener Ruhrgas AG, ist in einiger Verlegenheit. Schuld daran sind die neuen Machthaber des Iran, die Zweifel an der Erfüllung eines im November 1975 noch mit dem Schah-Regime abgeschlossenen Vertrages über die Lieferung von Erdgas haben aufkommen lassen.

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