Der Kohlepfennig, einst erfunden, um von der Elektrizitätswirtschaft finanzielle Unbilden fernzuhalten, hat eigentlich ausgedient. Schon seit Monaten ist es teurer, Kraftwerke mit schwerem Heizöl statt mit Kohle zu befeuern – einer Subventionierung des Kohleeinsatzes bedarf es nicht mehr. Aber der Kohlepfennig ist seinen Vätern offenbar so ans Herz gewachsen, daß sie ihn vorerst, nicht abschaffen wollen.

Für den Stromverbraucher scheint das ohnehin Jacke wie Hose zu sein. Wenn nämlich der Einsatz von Kohle nicht mehr verbilligt wird, dann wird der Strom teurer – unter dem Strich gibt es für ihn keinen Unterschied.

Also, sollte man meinen, eilt es nicht mit der Abschaffung der Ausgleichsabgabe. Aber das wäre ein Trugschluß. Denn je mehr Zeit verstreicht, desto mehr Gedanken können findige Politiker darauf verwenden, wie man den Kohlepfennig für andere Zwecke nutzbar machen könnte. Die einst zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte erfundene Sektsteuer ist da ein abschreckendes Beispiel. hgk