Man muß auch einmal über seinen Schatten springen. Der IG Metall jedenfalls würde ein solcher Sprung gut zu Gesicht stehen, wenn sie demnächst über die Wiederaufnahme der oppositionellen Gruppe im Betriebsrat von Daimler-Benz in Untertürkheim entscheiden muß.

Die sogenannte Hoss-Gruppe, die bei den letzten Betriebsratswahlen im Herbst 1978 einen spektakulären Erfolg erringen konnte, hat jedenfalls im vergangenen Jahr, so meinen viele Betriebsangehörige, darunter auch zahlreiche Gewerkschaftler, gute und konstruktive Arbeit geleistet. Auf der untersten Ebene der Organisation, der Stuttgarter Ortsverwaltung aber, scheint man ihren Antrag auf Wiederaufnahme in die IG Metall nicht zu befürworten.

Das letzte Wort aber hat der Vorstand in Frankfurt. Und er sollte sich souverän über formale Bedenken hinwegsetzen. Kritische Betriebsräte wie die Hoss-Leute müssen in einer großen Gewerkschaft ihren Platz finden können. Zustimmung in der Belegschaft haben sie ja bereits gefunden. Wenn die IG Metall sich weiter ins Abseits stellt, schadet sie sich nur selbst. ms