Der Iran ist dabei, eines der auf Eis gelegten Investitionsprojekte, an denen westliche Firmen beteiligt sind, wieder in Gang zu bringen. Es ist die zu 95 Prozent fertiggestellte Raffinerie bei Isfahan, die von der deutschen Thyssen-Gruppe und der amerikanischen Gesellschaft Flour aus Los Angeles gebaut wird.

Zum Auftakt hat die staatliche iranische Ölgesellschaft NIOC noch ausstehende Zahlungen für bisherige Leistungen in Höhe von 120 Millionen Mark erbracht. Eine Expertenkommission der beiden Westfirmen soll nun einen Plan für die Weiterführung der seit Jahresbeginn ruhenden Arbeiten vorlegen. Die Raffinerie hat eine Jahreskapazität von zehn Millionen Tonnen und kostet etwa zwei Milliarden Mark.

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Über die Bildung eines Beirats für die expansive Unternehmensgruppe des Münchner „Bau- und Braulöwen“ Josef Schörghuber werden in den nächsten Monaten intensive Gespräche geführt werden. Vor allem sollen diesem Beirat Vertreter der Banken angehören, die mit Schörghubers Aktivitäten eng verbunden sind.

Beobachter rechnen damit, daß in diesem Beirat der Präsident der Bayerischen Landesbank Giro-Zentrale, Ex-Finanzminister Ludwig Huber, den Vorsitz übernimmt. Auch die Vorstandssprecher von Bayerischer Hypotheken-Wechselbank, Wilhelm Arendts, und der Bayerischen Vereinsbank, Max Hackl, werden in diesem Gremium voraussichtlich Sitz und Stimme haben.

Solcher Art mit Münchens Bank-Prominenz „geschmückt“, wird es Schörghuber künftig noch leichter fallen, seinen Gesprächspartnern zu demonstrieren, daß er sich bei seinen Millionen-Transaktionen nicht übernimmt. Der Beirat soll, so ein Insider, keineswegs nur ein „institionalisiertes Alibi“ für den 59jährigen Selfmade-Mann abgeben, sondern wirkliche Kompetenzen haben. Seine Hauptaufgabe wird zudem sein, einen qualifizierten Manager zu suchen, der Schörghuber zur Seite steht und von ihm als Partner akzeptiert wird – ein echter „Copilot“ für den auch wieder ins Chartergeschäft strebenden Unternehmer.

Für Wilhelm Knies, den Präsidenten der Bayerischen Versicherungskammer, wurde die Pensionsgrenze um ein Jahr hinausgeschoben. Zunächst war damit gerechnet worden, daß er im Herbst aus seinem Amt scheidet, und als Favorit für die Nachfolge galt der Präsident des Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen Walter Rieger (ZEIT vom 13. April).